Haus der Wannsee-Konferenz
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Dauerausstellung:
"Die Wannsee-Konferenz und der Völkermord an den europäischen Juden"
Raum 2
Rassismus und
Raum 3 Integration und Antisemitismus in der Weimarer Republik
Raum 4
Rassistische Politik und
Judenverfolgung in Deutschland 1933 – 1939 Raum 5 Völkermord in Ost- und Südosteuropa
Raum 6 Handlungsspielräume unter deutscher Besatzung
Raum 7
Der Weg zum Massenmord an
den
Raum 8 An der Konferenz beteiligte Behörden
Raum 9
Raum 10
Konferenz-Teilnehmer und Protokoll
Raum 11
Raum 12
Raum 13 Konzentrations- und Todeslager
Raum 14
Raum 15 Die Gegenwart der Vergangenheit
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Raum 13 - Konzentrations- und Todeslager
Konzentrationslager waren von 1933 an ein zentraler Bestandteil des nationalsozialistischen Herrschaftssystems. In ihnen wurden zunächst vor allem Menschen als politische Gegner inhaftiert. Mit der Vorbereitung und Durchführung des Krieges bauten die Nationalsozialisten das System der Konzentrationslager aus. Zum nationalsozialistischen Lagersystem gehörten auch die Todeslager im besetzten Polen. Dort wurden Millionen Juden aus vielen Ländern Europas im Rahmen der „Endlösung der Judenfrage“ ermordet. Im Oktober 1941 begann mit dem in Betrieb genommenen Todeslager Chelmno (dt. Kulmhof) und weiteren Plänen für die drei Todeslager Belzec, Sobibor und Treblinka im Generalgouvernement das industriell organisierte Morden. Im Generalgouvernement lief der Massenmord unter der Tarnbezeichnung „Aktion Reinhardt“. Organisator der „Aktion Reinhardt“ war der von Heinrich Himmler eingesetzte SS- und Polizeiführer Odilo Globocnik. Auschwitz und Majdanek waren als einzige sowohl Konzentrations- als auch Todeslager. Für die Konzentrationslager mit ihren zahlreichen Nebenlagern war seit Frühjahr 1942 das Wirtschaftsverwaltungshauptamt der SS verantwortlich. Speziell für diesen Zweck ausgebildete SS-Mannschaften befehligten die Konzentrationslager, SS-Wachmannschaften standen für die Bewachung der durch Stacheldraht, elektrische Zäune und Wachtürme gesicherten Gelände bereit. Für die Organisation im inneren Bereich der Lager setzte die SS zwangsweise Häftlinge in Kontroll- und Arbeitsfunktionen ein.
13.1.1. Konzentrations- und Todeslager, 1943
13.1.2. Konzentrations- und Todeslager, Anfang 1944
13.2. Die „Aktion Reinhardt“
Die „Aktion Reinhardt“ zielte auf die planmäßige und systematische Ermordung der Juden im Generalgouvernement, später richtete sie sich gegen Juden aus vielen europäischen Ländern. Von März 1942 bis November 1943 wurden mehr als 1,75 Millionen Juden sowie etwa 50.000 Sinti und Roma ermordet. Mit den Todeslagern Belzec, Sobibor und Treblinka erreichte der Völkermord an den europäischen Juden eine neue Dimension. Auf kleinstem Gelände und mit wenig Personal wurden innerhalb kürzester Zeit Hunderttausende ermordet. Alle ankommenden Personen wurden ohne Selektion oder Registrierung vom Zug zu einem abgegrenzten Teil des Lagers geführt. Sie mussten sich entkleiden, den Frauen wurde das Kopfhaar geschoren. Ihnen wurde erklärt, sie befänden sich in einem „Durchgangslager“. Ein schmaler Gang endete in den Gaskammern, die als Baderaum ausgegeben wurde. Die Menschen erstickten innerhalb von 20 Minuten qualvoll durch Motorenabgase. Kleidung und Gepäck der Ermordeten füllten umfangreiche Magazine und wurden dann mit Zügen in das Deutsche Reich gebracht und weiter verwendet. Befehligt und organisiert wurde jedes Lager von nicht mehr als ungefähr 30 SS- und Polizeioffizieren. Ein Teil des Personals und die Kommandanten hatten zuvor Erfahrungen beim Massenmord an Kranken („Euthanasie“) gesammelt. Zur Bewachung setzte die SS ehemalige sowjetische Kriegsgefangene ein, die im Lager Trawniki ausgebildet wurden. Ein kleiner Teil der Häftlinge wurde in Kommandos als so genannte Arbeitsjuden eingesetzt. Nach wenigen Wochen wurden auch sie ermordet und durch neue Kommandos ersetzt. In Treblinka und Sobibor kam es 1943 zu Aufständen und zur Flucht der zum Tode bestimmten „Arbeitsjuden“. Aus allen drei Lagern haben weniger als 200 Häftlinge den Krieg überlebt.
Tagebucheintrag 27. März 1942 von Joseph Goebbels, Reichspropagandaminister und Gauleiter von Berlin (Joseph Goebbels, Tagebücher)
Globocnik bittet um eine umfangreichere Treibstoffzuteilung. Als Referent im Persönlichen Stab des Reichsführers Heinrich Himmler setzt sich Grothmann für Lösungen hinsichtlich des Treibstoffmangels ein. Mit der genannten "Auslandsanlieferung", die nun angelaufen sei, sind Deportationszüge von Juden aus Westeuropa gemeint.
Abschluss der „Aktion Reinhardt“
Belzec, Sobibor und Treblinka wurden im Laufe des Jahres 1943 aufgelöst und alle Spuren beseitigt. Nichts sollte an den Völkermord erinnern. Globocnik bilanzierte anschließend die Einnahmen aus den geraubten Werten der Ermordeten.
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