Wechselseitige Führungen

Sekundarstufe I

Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I fällt es meist schwer, einer detaillierten Führung durch einen Erwachsenen über einen längeren Zeitraum hinweg zu folgen. Wenn sie sich dagegen die Ausstellung in Kleingruppen selbst erarbeiten, zeigen sie größere Motivation und Ausdauer, weil sie sich aktiv beteiligen können. Bei der hier vorgeschlagenen Arbeitsform werden sie angeregt, ihre Schwerpunkte innerhalb der ständigen Ausstellung selbst festzulegen. Das fördert die Bereitschaft, neue Informationen überhaupt als solche wahrzunehmen und sich mit ihnen zu befassen.

Eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter des Hauses führt die Schüler in die Thematik der Ausstellung ein und erläutert die Arbeitsmethode. Die Schüler erhalten die Aufgabe, in einer Kleingruppe eine fünf- bis siebenminütige Führung in jeweils einem Raum der Ausstellung für ihre Mitschüler vorzubereiten. Sie können den Raum, mit dem sie sich beschäftigen, auswählen.
 
Als Hilfe für die Kleingruppenarbeit bekommen die Schüler einen Raumplan mit knappen Erläuterungen zum Inhalt der Ausstellung, einen sprachlich leicht verständlichen einführenden Text zu dem von ihnen gewählten Raum und ein Glossar. (Diese Materialien können der Schule vor dem Besuch zugeschickt werden.) Ziel der Vorbereitung einer eigenständigen Führung ist es nicht, den Mitschülern lediglich historische Fakten vermitteln zu können, sondern einen eigenen Zugang zu den Inhalten der Ausstellung zu finden und sich mit den Mitschülern darüber auszutauschen. Deswegen werden die Jugendlichen gebeten, ihren Mitschülern kurz zu erläutern, worum es in dem ausgewählten Raum geht und dann zwei bis drei Tafeln vorzustellen, die ihnen besonders wichtig sind. Während der Vorbereitungsphase geht die Betreuungsperson von Raum zu Raum und steht den Schülern beratend zur Seite.

Wenn die Schüler die Vorbereitung abgeschlossen haben, führen sie sich gegenseitig durch die von ihnen erarbeiteten Räume. Die Betreuungsperson begleitet diese Führung und stellt sicher, dass der Gesamtprozess von der Entrechtung und Ausgrenzung der Juden bis hin zu ihrer Ermordung deutlich wird, indem sie Inhalte der von den Schülern eventuell nicht gewählten Räume knapp referiert. Sie stellt auch den Raum der Wannsee-Konferenz vor und erläutert den historischen Kontext der Konferenz und ihre Bedeutung.