Haus der
Wannsee-Konferenz
Gedenk- und Bildungsstätte
1. Bildungsangebot
2. Dokumentenkoffer "GeschichteN teilen"
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1. Bildungsangebot
Das
Bildungsangebot des Hauses wendet sich an Schulklassen und andere
Jugendgruppen, aber auch an Erwachsene. Dazu gehören Führungen (ca.
zwei Stunden) und
wechselseitige Führungen in der ständigen Ausstellung (ca. drei Stunden) sowie die Durchführung von
Studientagen.
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Die Broschüre "Das Bildungsangebot" (2000, 34 Seiten) unterrichtet über die ständige Ausstellung, die
Mediothek und detailliert über die Bildungsarbeit im Haus der
Wannsee-Konferenz. Sie will insbesondere Lehrern, Ausbildern und
Mitarbeitern von Einrichtungen der Erwachsenenbildung die Möglichkeit
geben, sich gezielt und eingehend über die für sie interessanten
pädagogischen Angebote zu informieren. |
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Die Veranstaltungen für Erwachsene sind in der Regel als berufsspezifische Seminare konzipiert. Ihr zentrales Thema ist das Verhalten der Angehörigen derjenigen Berufsgruppe, der sich die Seminarteilnehmer zurechnen, in der Zeit des Nationalsozialismus. Davon ausgehend wird diskutiert, welche Bedeutung die Geschichte der nationalsozialistischen Verbrechen heute haben kann.
In den speziellen
Seminaren für Lehramtsanwärter und Lehrer
wird die pädagogische Konzeption des Hauses zur Diskussion gestellt. Darüber hinaus können Möglichkeiten
und Probleme der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus im
Schulunterricht erörtert werden.
Die Angebote für Schüler und andere Jugendliche umfassen ein breites Spektrum von Themen und Arbeitsformen. Die pädagogische Arbeit mit Schülerinnen und Schülern im Haus der Wannsee-Konferenz will Schulunterricht zur Geschichte der nationalsozialistischen Judenverfolgung nicht ersetzen. Hier sollen vielmehr die Chancen genutzt werden, die der historische Ort bietet, Erkenntnisse über wesentliche Aspekte des Völkermords an den Juden zu gewinnen und sich zugleich mit den eigenen emotionalen Reaktionen auf die Konfrontation mit diesem Geschehen auseinander zu setzen. Zudem ermöglicht das Haus als Bildungsstätte durch die Ausstellung und die vielfältigen Quellen und Medien, die zur Verfügung stehen, tiefer gehende exemplarische Studien. Die Freiheit von institutionellen Zwängen wie curricularen Vorgaben, überkommenen Fachgrenzen, fest gefügten Zeiteinteilungen lässt Methoden des Lehrens und Lernens zu, die Teilnehmer motivieren, sich aktiv und selbstkritisch um Einsichten in die Geschichte der nationalsozialistischen Verbrechen und ihre Auswirkungen auf die Gegenwart zu bemühen.
Das pädagogische Angebot ist auf die Interessen und die Voraussetzungen der Teilnehmer zugeschnitten. Deshalb gibt es weder Standardführungen noch Standardseminare. Dieses bisher sehr erfolgreiche Prinzip setzt bei den anmeldenden Leitern/Betreuern einer Gruppe die Bereitschaft zur längerfristigen Anmeldung und zur inhaltlichen Vorbesprechung (telefonisch) voraus. Die Veranstaltungen können zu verschiedenen Themenbereichen in fast allen europäischen Sprachen und in Hebräisch stattfinden. Außerdem werden Workshops mit Methoden der Gestaltpädagogik und der themenzentrierten Interaktion angeboten.
ANGEBOTE:
► deutsch- und fremdsprachige Führungen durch die ständige Ausstellung (ca. zwei Stunden)
► Wechselseitige Führung in der ständigen Ausstellung
► Studientage für Schüler der 5. und 6. Klassen
► Studientage für allgemein bildende Schulen
► Studientage für Oberstufenzentren und berufsbildende Schulen
► Seminare für Lehramtsanwärter und Lehrer
► Berufsspezifische Seminare für Erwachsene
Der Dokumentenkoffer "GeschichteN teilen" bietet Archivmaterial über Menschen,
ihre Erfahrungen und bisher kaum beachtete Zusammenhänge der
nationalsozialistischen Geschichte in thematischen Mappen mit Fotos, Berichten
von Zeitzeugen und historischen Dokumenten.
Als Beitrag zum interkulturellen Geschichtslernen wurden die Materialien für die
schulische und außerschulische historisch-politische Bildungsarbeit entwickelt.
Das erprobte Material ist auf Jugendliche aller Schultypen ab Klasse 9
zugeschnitten.
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Die Entwicklung des Dokumentenkoffers ist ein Kooperationsprojekt zwischen
Miphgasch/Begegnung e.V.
und der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der
Wannsee-Konferenz. Das Projekt wurde gefördert von der
Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft".
Der Dokumentenkoffer besteht aus zehn thematischen Mappen mit insgesamt 120 Seiten mit Dokumenten, Fotos und Zeitzeugenberichten. |
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Daneben enthält er eine Handreichung für Pädagoginnen und Pädagogen sowie eine CD-ROM. Die Mappen beinhalten folgende Themen:
● "Seit Monaten hat unsere gut deutsche Stadt einen orientalischen Einschlag bekommen." - Rassenideologie im Nationalsozialismus
● "Der deutsche Staatsangehörige A. A. ist unfruchtbar zu machen." - Die Zwangssterilisation der Rheinlandkinder
● "Der Zeitpunkt seiner Entlassung ist unbestimmt." B. Mohamed Husen - Leben als Schwarzer im NS-Staat
● "Türkische Regierung hat Interesse an Zurückziehung von nur 9 Juden..." - Türkische Juden und der Holocaust
● "Arbeitsfähige männliche Juden zu Arbeitsbataillonen zusammengefasst." - Die Juden Tunesiens unter deutscher Besatzung
● "Ich weiß, dass er persönlich für die Rettung meiner Familie verantwortlich ist." - Selahattin Ülkümen und die Rettung türkischer Juden
auf der Insel Rhodos
● "Ein Araber, der Juden rettete." - Khaled Abdelwahhab und die Rettung einer jüdischen Familie in Tunesien
● "Wir Muslime in Israel sind sehr stolz auf Sie." - Muslimische Helfer in Sarajevo
● "Die Truppe hielt sich mehrere Stunden in dem Ort auf, ohne daß Feindeinwirkung erfolgte." - Das Massaker in Distomo/Griechenland● "Hauptsache, dass jemand aus der Familie gerettet wird." - Eine Flucht um die halbe Welt.
Hintergrundinformationen zu den einzelnen Themen befinden sich in der beigefügten Broschüre. Diese enthält zudem Hinweise und Anregungen für die pädagogische Arbeit mit der vorliegenden Materialsammlung. Die beiliegende CD-ROM enthält eine interaktive Weltkarte, Tonaufnahmen von Zeitzeugeninterviews, Abschriften schwer lesbaren Archivmaterials sowie ergänzende Dokumente und Hintergrundinformationen.
Für Führungen, Studientage und Seminare ist eine rechtzeitige telefonische (030-80 50 01 0, Mo-Fr 9.00-17.00 Uhr) oder schriftliche Voranmeldung per eMail (education@ghwk.de) oder per Fax (030-80 50 01 27) erforderlich.
Bei
Nichterscheinen einer angemeldeten Gruppe (Führung oder Seminar/Studientag) ist ein
Ausfallhonorar zu entrichten.
Wir bitten dafür um Verständnis.
Update: 29.01.2010
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