Haus der Wannsee-Konferenz
Gedenk- und Bildungsstätte
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Ermächtigungsschreiben Hermann Görings Historisches Staatsarchiv Lettland, Riga, Bestand P 1026, [Befehlshaber der Sipo/SD Lettland, Stahlecker], Bl. 164.
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Das Dokument verwendet keinen Briefbogen aus den verschiedenen Ämtern Görings, sondern ist offenbar in Heydrichs Dienststelle geschrieben worden (Schreibmaschine mit SS-Rune). Nach bisheriger Erkenntnis hat Heydrich diese Ermächtigung selbst verfasst und am Abend des 31. Juli 1941 persönlich Göring zur Unterschrift vorgelegt. Der Text bezieht sich auf eine vorhergehende Ermächtigung durch Göring vom 24. Januar 1939, in welcher zwecks Forcierung der Vertreibung eine „Reichszentrale für die jüdische Auswanderung“ unter Leitung des Chefs der Sicherheitspolizei Reinhard Heydrich angeordnet wird. Heydrich wollte offenbar eine Kontinuität seines Amtes in der Beauftragung zur „Lösung der Judenfrage“ seitens des Reichsmarschalls betonen. Hermann Göring stand im fraglichen Zeitraum an zweiter Stelle der NS-Hierarchie. Adolf Hitler hatte Göring mit umfangreichen Vollmachten ausgestattet, dazu gehörte auch die Koordination aller antijüdischen Maßnahmen. Historiker haben diskutiert, was wohl ab diesen Zeitpunkt die Tarnfloskeln „Gesamtlösung der Judenfrage im deutschen Einflussgebiet in Europa“ und „Endlösung der Judenfrage“ bedeuteten; also ab Ende Juli 1941 – gut einen Monat nach dem Beginn der Massenerschießungen der Einsatzgruppen in der besetzten Sowjetunion –, da die Deportationsziele und Mordmethoden erst im Verlaufe der Monate ab Oktober 1941 konkretisiert wurden. Ist hier schon der Auftrag zur Deportation und Ermordung aller europäischen Juden erteilt worden, ohne dass bereits die Details vorhersehbar waren?
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