Ein Schmuggelfund aus dem KZ

Die Projektmappe beinhaltet die Geschichte des Schmuggelfundes: Ein 1975 in einem Waldstück bei Neubrandenburg ausgegrabener Glasbehälter mit Dokumenten, die polnische Häftlinge aus dem Konzentrationslager Ravensbrück geschmuggelt haben. Der Behälter enthält Briefe, Gedichte, künstlerische Dokumente, Erschießungslisten und Listen zu medizinischen Experimenten. 

Die von Frau Dr. Constanze Jaiser und Herrn Jacob David Pampuch 2012 erstellte Projektmappe ist ein Angebot für die Sekundarstufe ab Klassenstufe 9. Sie eignet sich für den Einsatz in verschiedenen Fächern, neben Geschichte, Politik bzw. Sozialkunde in Deutsch, Ethik bzw. Werte und Normen, Kunst und Musik.

Die einzelnen Bestandteile der Projektmappe sind erprobt mit Hauptschüler/innen wie mit Gymnasiast/innen, sie sind einsetzbar für ein schulisches und außerschulisches Lernen - ein forschendes Lernen, bei dem selbständig Deutungszusammenhänge erarbeitet werden können.

In den Bausteinen geht es thematisch um die Lebensbedingungen im Konzentrationslager, um die Frage nach der Menschenwürde unter diesen Bedingungen. Es geht um die Erschießungen im Lager, die insbesondere die Polinnen betrafen, aber auch um deren Ringen um ein würdiges Sterben, um ihre Glaubenszweifel und um ihre Bemühungen, die Erinnerung an jene wach zu halten, die die SS willkürlich ermordete. Mit der Frage, wie Kunst als Strategie der Erinnerung auch heute eingesetzt werden kann, beschäftigt sich ein weiterer Baustein. Ein weiterer Zugang ist die Frage nach vorhandenen Rachegefühlen, und zum Umgang mit ihnen sollen sowohl Überlebende als auch Jugendliche heute ihre Meinung äußern. Ein weiterer Baustein beschäftigt sich mit dem Nürnberger Ärzteprozess.

Internetseite: tonworte.de
Constanze Jaiser - Jacob David Pampuch
Ein Schmuggelfund aus dem KZ - Erinnerung, Kunst & Menschenwürde. Projektmappe für einen fächerübergreifenden Unterricht.
Hrsg.: Haus der Wannsee-Konferenz.
Berlin: Metropol 2012, ISBN 978-3-86331-073-8, 19,00 EUR