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►Hinweis:
Bei den Bildern handelt es sich um Miniaturansichten. Durch Anklicken erhalten
Sie größere Fotos:

Transportliste des Transports "Eo"
vom 06.10.1944
von Theresienstadt nach Auschwitz
Nr. 305: Ruth Chotzen

Transportliste vom 10.10.1944
von Auschwitz nach Dachau
Nr. 115.603: Ullrich Chotzen
Nr. 115.623: Hugo-Kurt Chotzen

Abschiedsbrief Erich Chotzens
an seine Familie, 16.01.1942

Brief von Lisa Chotzen
vom 19.06.1943

Abschiedsbrief
von Ullrich Chotzen
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Quellenskizze zur Familiengeschichte Chotzen
Joseph Chotzen hatte
testamentarisch verfügt, dass die wesentlichen Familiendokumente
nach seinem Tod im Archiv der Gedenk- und Bildungsstätte
Haus
der Wannsee-Konferenz
aufbewahrt werden sollen. Dazu gehören im Kern 369
Rückantwortkarten aus
Theresienstadt (1943/44) sowie neun illegal abgesandte Briefe aus dem Ghetto
Riga (1942). Die Bedeutung dieser Dokumente kann
nicht hoch genug
eingeschätzt werden. Zwar sind viele Rückantwort- und
Paketbestätigungskarten
aus Theresienstadt erhalten, doch ein so
umfangreicher
Bestand wie im Fall der
Familie Chotzen ist einzigartig.
Ebenso
die aus dem Ghetto Riga
herausgeschmuggelten Briefe. Auch sie besitzen einen
einmaligen dokumentarischen Wert.
Weitere Familiendokumente (Ausweise, Briefe, Urkunden) kommen hinzu, sind
jedoch lückenhaft und bei weitem nicht
vollständig. Der Bestand aller Fotos umfasst gut 1.000 Fotos, wobei es
von vielen zwei- oder dreifache Abzüge gibt, da die Brüder sie in ihre
jeweiligen Alben aufnahmen. Der Zeitraum
ihrer Entstehung geht parallel mit der
Geburt
und dem Heranwachsen der drei jüngeren
Brüder - also vom Ersten Weltkrieg bis
zum Beginn der 40er Jahre. Das letzte Foto
stammt vom Oktober
1942.
Die
meisten Fotos entstanden in den 30er Jahren,
als alle vier Brüder mehr oder
weniger intensiv fotografierten. Für alle Brüder
galt, dass sie gerne Situationen mit Menschen ins Visier nahmen, vor allem
ihre Familie, Verwandte, Freunde,
Freundinnen und Sportkameraden. Auf
Ferienreisen wurden Landschaften
abgebildet und Sehenswürdigkeiten der
besuchten Städte. Auch faszinierten
Autos und Motorräder, aber immer nur im Zusammenhang mit den Fahrern.
Viele Bilder gibt es vom sommerlichen Segeln
am Krossinsee, östlich von Berlin, und noch heute spürt der Betrachter die Unbeschwertheit
der jungen Leute. Würde man nur die Fotos und nicht die dazu gehörenden
Geschichten kennen, keiner könnte anhand der Fotos
erkennen,
dass es sich um verfolgte Juden in den 30er
und 40er Jahren handelt. So bilden die Fotos einen Gegensatz zu den Geschichten,
die hier erzählt werden. Die
Fotos können der Nachwelt viel mitteilen,
doch sie zeigen immer nur einen
bestimmten Moment - den gesamten
Kosmos, der sich hinter der Oberfläche
auftut, kann ein Foto nicht transportieren. Wer den Hintergrund jedoch kennt
und ein Foto mit diesem speziellen Wissen betrachtet, dem ist es durchaus
möglich, in
bestimmten Zügen der Gesichter das zu erahnen, was sich unter der Oberfläche
verbirgt. Unschätzbaren dokumentarischen Wert haben Fotos, die
einzelne
Familienmitglieder bei der Zwangsarbeit abbilden,
beim verbotenen
Betreten der Bannmeile, beim illegalen
Sporttreiben und im Wohnkomplex
eines „Judenhauses".
Akten
und Dokumente, die Joseph Chotzen bei der Niederschrift seiner
Erinnerungen
nicht zur Verfügung standen, befinden sich
an folgenden Stellen:
im Archiv der Stiftung „Neue Synagoge Berlin
-
Centrum Judaicum" und in
den Akten des Entschädigungsamtes. Die Akten
des Oberflnanzpräsidenten geben
Auskunft über die Deportationsdaten und u.
U. über die letzten Orte der
Zwangsarbeit. Die Mikrofiche-Edition
des Instituts für Zeitgeschichte in
München half sehr bei der Erhellung des
Volksgerichtshof-Prozesses gegen Erika Jakubowski, der Tochter eines Bruders von
Josef Chotzen sen. Über den Verbleib
der Brüder Chotzen im „Berliner Sport-Verein 1892" konnten Spuren in den
Akten des Vereinsregisters im Amtsgericht Charlottenburg gefunden werden.
In
den Archiven der damaligen Konzentrations-
und Vernichtungslager fanden sich
die Deportationslisten als einzige Hinweise auf die Leidenswege der
verschiedenen Familienmitglieder. Die akribische Buchhaltung der
Vernichtungsbürokratie über ihre Opfer ermöglicht es heute, deren z. T.
letzte Spuren zu finden. Neben den
schriftlichen Zeugnissen sind Interviews mit den Überlebenden
wichtige, qualitativ aber völlig andere
Quellen. Die Entschädigungsakten zeigen deutlich, dass die Erinnerung der
Betroffenen mit zeitlicher Distanz
ungenauer wird. Das heißt: Der PrV-Fragebogen
(Es
ging um die Anerkennung als politisch oder rassisch Verfolgter)
1946 ist präziser,
detailreicher
und korrekter ausgefüllt als die Fragebogen,
die Mitte der 50er Jahre eingereicht
wurden. In diesen Akten befanden sich jedoch auch Primärquellen,
wie J-Ausweis und Arbeitsbuch. Die Entschädigungsakten der verschiedenen
Familienmitglieder enthalten wertvolle Informationen über die beruflichen
Tätigkeiten während der NS-Zeit.
Mit Hilfe des Bestandes
der „Deutschen Dienststelle für die Benachrichtigung
der nächsten Angehörigen
von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht"
konnte der Soldat Franz Bauner, der Ilse Chotzen im Ghetto Riga half,
identifiziert werden.
Barbara Schieb
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Die Familie Chotzen
- Quellenskizze zur Familie Chotzen
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Familienfotos
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Dokumente und Ausweise
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Postkarten und Briefe
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Dokumente nach 1945
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