Haus der Wannsee-Konferenz
H. Lennard Körber
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Bilder – Zeichen
Künstlerische
Antworten zu Nationalismus
Ausstellung in der Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz vom 16. Oktober 2004 bis 30. Januar 2005 |
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Ich begann 1985 mit der Arbeit an den hier ausgestellten Bildern als eher unbewusste Reaktion auf den auch in den Medien verstärkt auftretenden Nationalismus in Deutschland. Während der Arbeit wurde mir bewusst, wie sehr mich als Nachkriegskind der entfesselte Nationalismus der NS-Zeit, der NS-Terror und -Völkermord und die im Zusammenhang damit gesehenen Bilder beschäftigt haben. Es entwickelten sich daraus bildnerische Imaginationen und eine starke Motivation, diesen inneren Bildern nachzuspüren. Bis heute vergeht so gut wie kein Tag, an dem ich mich nicht damit beschäftige.
Einige der hier ausgestellten Bilder sind Ausdruck des Versuchs, derartige Imaginationen unmittelbar auf die Leinwand zu übertragen. Andererseits hatte ich auch bewusst Fotos zu den NS-Verbrechen durchgesehen, von denen ich Anregungen zur bildnerischen Gestaltung aufgegriffen habe. Darunter waren einige Fotos, die hier in der Ausstellung der Gedenkstätte gezeigt werden.

Meine Arbeiten (29 Bilder Öl auf Leinwand, eine Collage), die Sie in der Ausstellung sehen, sind in sehr unterschiedlichen Größen ausgeführt. Die Bilder sind als Serie entstanden, als nur im Zusammenhang zu sehende Fragmente zu einem Thema. Sie können oder sollten deshalb nicht einzeln ausgestellt werden. Bei einem Verkauf oder bei einer Schenkung an eine geeignete Institution müsste der Zusammenhang erhalten bleiben.
Die Arbeit an der Serie wurde 1996 von mir beendet und nicht im Hinblick auf eine Präsentation hier im Haus gemalt. Im Frühjahr 2004 bot mir der Direktor der Gedenkstätte an, den Bilderzyklus in einen Dialog mit den Fotos und Dokumenten der Ausstellung über die Wannsee-Konferenz und den Völkermord an den Europäischen Juden treten zu lassen. Die Bilder sind deshalb von mir über mehrere Räume der Ausstellung verteilt und die Orte der Aufstellung bewusst ausgesucht worden. Ich habe auf Titelangaben zu einzelnen Bildern verzichtet. Ich bin sehr gespannt, welches Echo die Bilder bei den vielen zu erwartenden Besuchern hervorrufen werden, die hier einigermaßen unvorbereitet auch auf einen künstlerischen Kommentar treffen. Für Bemerkungen zu meinen Bildern liegt deshalb ein Gästebuch in diesem Raum aus.
Die Bilder des hier gezeigten Zyklus stellen quantitativ den geringeren Teil meiner bildnerischen Produktion dar. Den Hauptteil machen große abstrakte Arbeiten (Öl auf Leinwand) aus. Sie beziehen sich auf Funktionen der Wahrnehmung, theoretisch bei Malern wie Barnett Newman, Steven Stills und Mark Rothko anknüpfend.