Haus der Wannsee-Konferenz
"Wir sind jung, die Welt ist offen..." - Eine jüdische Jugendgruppe im 20. Jahrhundert
Sonderausstellung in der Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz vom 8. September 2002 - 31. August 2003
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Max Fürst in seiner Stuttgarter Werkstatt, 1974
Heinz Rosen als Direktor des Balletts der Bayerischen Staatsoper
Gedenktafel für Hans Litten an seinem Geburtshaus in Halle
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... nach 1945
Der 8. Mai 1945 war für alle Überlebenden aus den Reihen des Schwarzen Haufens
der "Tag der Befreiung" vom Nationalsozialismus. Aber es war nicht der Tag der
Freiheit für alle: Dies galt nicht nur für die Häftlinge des GULag, die noch
Jahre auf ihre Rehabilitierung warten mussten, sondern auch für jene
Der größte Teil der nach Palästina emigrierten SHler blieb auch nach Ende des Zweiten Weltkrieges und nach der Gründung des Staates Israel im Land. Manche, so Lex Dienstfertig, der nun Josef Alexander hieß, weigerten sich, jemals wieder deutschen Boden zu betreten. Für andere, wie Max Fürst und Margot Fürst, war die zionistische Variatne des Nationalsozialismus unerträglich und sie kehrten 1950 nach Deutschland, in die Bundesrepublik, zurück. Der jugendbewegt motivierte Versuch, sich pädagogisch in der Arbeit mit nationalsozialistisch sozialisierten Jugendlichen zu engagieren und seine Erfahrungen als Verfolgter und Emigrant weiterzugeben, scheiterte letztlich.
Endlich wieder im Parteiauftrag war Walter Frisch schon im Juni 1945 aus der Schweizer Emigration direkt nach Frankfurt am Main geschickt worden. Hier wurde er Landesvorsitzender der KPD und gehörte 1946 der verfassunggebenden Versammlung an, ab Dezember desselben Jahres saß er im hessischen Landtag. Es folgten Berufungen in den Parlamentarischen Rat und nach Gründung der Bundesrepublik in den Bonner Bundestag. Doch 1951 traf auch ihn der lange Schatten der stalinistischen Verfolgung: Wohl im „Zusammenhang mit der Angelegenheit Bauer" , also aufgrund seiner „Kontaktschuld", seiner Bekanntschaft mit den „Agenten" Leo Bauer und Erica Glaser-Wallach, der Pflegetochter Noel Fields, musste Fisch aus dem Parteivorstand ausscheiden. Auch die West-KPD war in dieser Phase keineswegs frei von antisemitischen Untertönen. Zwar hatte dies für Fisch, wie auch zeitgleich für Kahn in der DDR, keine weiteren Konsequenzen, aber Gefahr drohte Fisch bald von anderer Seite. 1952 kam das Verbotsverfahren gegen die KPD in Gang, und Walter Fisch wurde Bevollmächtigter der Partei vor dem Bundesverfassungsgericht. Nachdem er zunächst freies Geleit erhalten hatte, wurde er Anfang 1958 wegen Mitarbeit in der inzwischen verbotenen KPD verhaftet und im Juni zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Da man fürchtete, der mittlerweile sehr kranke jüdische Kommunist könnte in der Haft sterben, entließ man ihn nach der Hälfte der Strafzeit. Er lebte bis zu seinem Tod 1966 in Franfurt.
Heinz Rosen war Anfang der 50er Jahre nach München gekommen, wo er als Ballettdirektor der Münchener Staatsoper erfolgreich inszenierte. Mitte der 60er Jahre holte in die Vergangenheit ein: In Rosens Büro in der Staatoper tauchten Handtücher mit eingewebten Hakenkreuzen auf und anonyme Antisemiten beschimpften ihn am Telefon. Heinz Rosen erlitt einen Nervenzusammenbruch, von dem er sich nicht mehr erholte. Er starb im Dezember 1972 in einem Sanatorium in Kreuzlingen.
Einzelne Gruppen von Freunden des Schwarzen Haufen war es über die Jahre der Verfolgung und des Exils gelungen, den Kontakt aufrecht zuerhalten. Für andere wurden dann in den siebziger Jahren die Lebenserinnerungen von Max Fürst zum Anlass, alte Kontakte wieder zu knüpfen.
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- "Wir sind jung, die Welt ist offen..."
- Verfolgung und Widerstand im Nationalsozialismus
| Update: 30.07.2011 |