Haus der Wannsee-Konferenz


 

"Wir sind jung, die Welt ist offen..." - Eine jüdische Jugendgruppe im 20. Jahrhundert

 

Sonderausstellung in der Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz vom 8. September 2002 - 31. August 2003

 

 

 

Bundestag der Kameraden, 1926

Bundestag, 1926

 

Königsberger "Kameradengruppe", Anfang der 20er Jahre

Königsberger "Kameradengruppe",
Anfang der 20er Jahre

 

Kochstelle bei einem Kameradentreffen

Kochstelle bei einem Kameradentreffen

 

 

Die Jugendbewegung

 

entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum und wurde vorwiegend von der bürgerlichen Jugend der Großstädte getragen. Auf der Basis neoromantischer und kulturkritischer Vorstellungen postulierten die Jugendlichen die Rückkehr zum einfachen Leben in selbstbestimmter Freiheit, Naturverbundenheit und Authentizität. Diese Werte konnten von Anfang an auch antisemitische Positionen beinhalten, so dass schon vor dem Ersten Weltkrieg viele, nicht alle Gruppen jüdische Jungen und Mädchen ausschlossen. Nach dem Ersten Weltkrieg zerfie die Jugendbewegung in zahlreiche Bünde, die sich zunehmend politisierten und zum Teil militarisierten.

 

 

Die jüdische Jugendbewegung

 

verdankte ihre Existenz nicht nur dem Antisemitismus der nicht jüdischen Bünde, sondern zumindest anfangs auch gezielter jugendpflegerischer Maßnahmen der verschiedenen Interessengruppen innerhalb der Gemeinden. Beflügelt von jugendbewegtem Zeitgeist konnten sich die meisten rasch aus dieser ungeliebten Umarmung befreien und eigene, relativ autonome Gruppen bilden, die jedoch die konkurrierenden weltanschaulichen Positionen der deutsch-jüdischen Erwachsenenwelt widerspiegelten

 

 

Der deutsch-jüdische Wanderbund Kameraden

 

war nach dem Weltkrieg ein Sammelbecken für nichtzionistische jugendbewegte Jungen und Mädchen, die dort unterschiedliche Interessen und Ziele zu verwirklichen suchten. Orientiert an den Idealen der allgemeinen Jugendbewegung setzte man sich im Laufe der Jahre verstärkt mit der eigenen jüdisch-deutschen Existenz auseinander und kam dabei zu durchaus unterschiedlichen Ergebnissen, was die ständige interne Fraktionierung erklärt. Mitte der zwanziger Jahre gab es so neben dem Schwarzen Haufen noch den "deutschen"  Ring und den "jüdischen"  Kreis innerhalb der Kameraden. Anfang der dreißiger Jahre waren die inneren Gegensätze übermächtig geworden, so dass man im Mai 1932 die Selbstauflösung beschloss.

 

 

 

 


 

-   "Wir sind jung, die Welt ist offen..."

 

-   Die Jugendbewegung

 

-   Die Wurzeln

 

-   Verfolgung und Widerstand im Nationalsozialismus

 

-   nach 1945

 


 

Update: 30.07.2011