Haus der Wannsee-Konferenz


 

 

Villa Arons  -  Bruno Ahrends

 

     Um 1875 ließ sich der Bankier Heinrich Leo, Mitbegründer des Bankhauses  Delbrück, von den Architekten Kyllmann und Heyden „Am Großen Wannsee 5“ eine Sommerresidenz errichten. Das Gebäude war dem Stil einer italienischen Villa nachempfunden. Es war die erste „Löwenvilla“, woran noch der Löwenkopf am Springbrunnen erinnert. 1880 erwarb der Bankier Barthold Arons das Anwesen, zu dem die heutigen Grundstücke „Am Großen Wannsee 6 und 6a“ gehörten. Sie dienten als Aussichtsfläche auf den See. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die „Villa Arons“ als erste Wannseevilla unter Denkmalschutz gestellt.

 

Barthold Arons (1852-1934)

Barthold Arons (1852-1934)

 

Villa Arons

Villa Arons

 

Haus Bruno Ahrends, um 1920

Haus Bruno Ahrends, um 1920

 

Foto: „Weiße Stadt“, Bauteil Ahrends

Foto: „Weiße Stadt“, Bauteil Ahrends
aus: Vier Berliner Siedlungen, S. 189

 

 

 

 

     Barthold Arons (1852-1934) stammte aus einer Bankiersfamilie. Er wurde nach zahlreichen Auslandsaufenthalten erfolgreich im Berliner Bankgeschäft tätig und bekleidete mehrere Ämter in Aufsichtsräten der Schwer- und Zellstoffindustrie sowie der Energiewirtschaft. Er engagierte sich im „Club von Berlin“ und war Mitglied der Jüdischen Gemeinde. Der begeisterte Wassersportler gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Segelvereins und wurde im Mitgliederverzeichnis des Vereins Seglerhaus am Wannsee (VSAW) von 1928 als Ehrenmitglied genannt.

 

 

 

Bruno Ahrends

 

1921 baute sich sein Sohn, Regierungsbaumeister Bruno Ahrends, der seinen Nachnamen hatte ändern lassen, auf dem zur Wasserseite am Hang gelegenen Trennstück ein schlichtes Landhaus. Bruno Ahrends war zwischen 1895-1931 als Architekt in Berlin tätig.

 

     Neben mehreren Landhäusern und kommunalen Bauten wie dem Pfarr- und Gemeindehaus in Wannsee, errichtete er 1928 das Haus der Geschäftsstelle der Domäne Dahlem. Er wurde auch mit Umbauten von Häusern in der Colonie Alsen beauftragt. Ahrends setzte sich auch dafür ein, der Erholung suchenden Berliner Bevölkerung Zugang zum See und zu den Grünflächen zu verschaffen. Er beklagte die zunehmende Verdichtung und private Bebauung des Löwenparks und vor allem Schwanenwerders. Ende der zwanziger Jahre beteiligte sich Bruno Ahrends an einem der wichtigsten Großsiedlungsprojekte Berlins, dem Aufbau der „Weißen Stadt“ in Reinickendorf. Mit den Siedlungen an Rande der Stadt sollte der katastrophalen Wohnungsnot und dem Elend der Berliner Mietskasernen begegnet werden. Die „Weiße Stadt“ war neben der Hufeisensiedlung in Britz und „Onkel Toms Hütte“ in Zehlendorf eine der bedeutendsten städtebaulichen Leistungen der zwanziger Jahre.

 

     Bruno Ahrends war seit 1904 mit Johanna Springer, der Tochter des Verlegers Fritz Springer, verheiratet. Das durch die Rassengesetze der Nazis verfolgte Ehepaar Ahrends musste emigrieren. Sein weiteres Schicksal ist unbekannt.

 

 

 


 

Update: 14.07.2011