Haus der Wannsee-Konferenz


 

 

 

Zerstörte Villa Alsen zu Kriegsende

Zerstörte Villa Alsen

 

 

"Berlin bleibt deutsch"

 

 

Zerstörte Glienicker Brücke in Wannsee

Zerstörte Glienicker Brücke in Wannsee


 

 

Das Kriegsende in Wannsee

 

     1944 richteten Wehrmacht und SS in zahlreichen Villen und Vereinshäusern der Colonie Alsen Lazarette ein, da Wannsee von Luftangriffen weitgehend verschont blieb. Außerdem lagerten in den Landhäusern große Bestände an Lebensmitteln, Alkohol, Tabakwaren, sowie in den O. T. (Organisation Todt) Lagern Kleidungs- und Ausrüstungsgegenstände in beträchtlichem Umfang. Neben der Mobilisierung des Volkssturms wurden Divisionen der Wehrmacht und des RAD (Reichsarbeitsdienst) in den letzten Kriegswochen aufgestellt und Teile nach Wannsee abkommandiert, der letzten Bastion der deutschen Verteidiger im Endkampf um Berlin.

 

     Am 28. April 1945 begannen sowjetische Truppen auf die Insel Wannsee überzusetzen. Am 29. April erhielten drei junge Männer aus Hitlers Bunker von Bormann und Goebbels den Auftrag, sich durch den russischen Einschließungsring zu schlagen und alles daran zu setzen, das Testament des "Führers“ in den Westen zu bringen, eine Abschrift zum Hauptquartier von Dönitz in Schleswig-Holstein, die andere zum Parteiarchiv nach München. Über Pichelsdorf kommend, paddelten sie die Havel entlang. In den Morgenstunden landeten die beiden Paddelboote am Wannseebrückenkopf, der allerletzten Bastion der deutschen Verteidiger, und auf Schwanenwerder. Vom Wannsee aus gelang es ihnen, einen Funkspruch an Dönitz nach Plön durchzugeben, er möge ein Flugzeug schicken, sie brächten das Testament Hitlers. Auf der Pfaueninsel warteten sie in der Nacht auf das Flugzeug.

 

     In dieser Nacht des 30. April 1945 machten sich im Bunker der Reichskanzlei der Rittmeister Gerhard Boldt, zwei weitere Offiziere und General von Below auf den Weg nach Wannsee. Hitler selbst hatte sie instruiert, den General Wenck, der in Wirklichkeit längst auf dem Weg zur Eibe war, anzutreiben, die Reichshauptstadt freizukämpfen. Auch diese Gruppe nahm den Weg ab Pichelsdorf per Paddelboot nach Wannsee. Below hatte von Hitler ein Postskriptum zu seinem Testament erhalten, eine Abschiedsbotschaft an die deutsche Armee.

 

     Am 2. Mai 1945 versuchten die deutschen Soldaten von Wannsee auszubrechen und Anschluss an die Armee Wenck südlich von Potsdam zu bekommen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde in Wannsee an verschiedenen Stellen noch gekämpft. Der Ausbruchversuch scheiterte. Die Sowjets griffen vom anderen Ufer mit schweren Waffen, Granatwerfern und "Stalinorgeln" an, und auch die "Aktensammelstelle West" des Heeresarchivs in einer Villa in der Colonie Alsen wurde von einer Serie schwerer Einschläge getroffen.

 


"All die erbeuteten Dokumente und Schriftstücke, all die Geheimkorrespondenzen einschließlich
der von Marschall Mannerheim und Admiral Horthy lagen zerstreut zwischen den Steintrümmern oder bedeckten den Rasen vor dem Haus."
(Gerhard Boldt)
 

 

Boldt berichtete über den missglückten Ausbruchsversuch in der Nacht zum 2. Mai 1945. Ungefähr 6.000 deutsche Soldaten setzten im Südosten der Insel Wannsee auf das Südufer der Havel über und landeten dort, wo die Rote Armee gerade abgezogen war. Hitlers Testamentsboten, die auf der Pfaueninsel vergeblich versuchten mit dem Flugzeug von Dönitz zu entkommen, gelangten durch alle Einschließungsringe in den Westen. Wannsee kapitulierte am 2. Mai 1945 nach einem sinnlosen Endkampf, der über 900 Menschenleben kostete.

 

 


Update: 27.07.2011