Haus der Wannsee-Konferenz


 

 

Der Flensburger Löwe vor der Kadetten-Anstalt, um 1870

Der Flensburger Löwe vor der
Central-Kadetten-Anstalt, um 1878

 

Der Flensburger Löwe, OPostkarte um 1880

Der Flensburger Löwe,

kolorierte Postkarte, um 1880

 

Der Flensburger Löwe, Postkarte um 1910

Der Flensburger Löwe
(alter Standort, Straße zum Löwen),
Postkarte um 1910

 

Der Flensburger Löwe, Postkarte um 1938

Der Flensburger Löwe, Postkarte um 1938

 

Der Flensburger Löew, 2011

Der Flensburger Löwe, 2011

 

 

Der Flensburger Löwe

 

     Der Flensburger Löwe, eigentlich Idstedter Löwe, wurde zum Sinnbild der Colonie Alsen. In der "Schweiz", einem öffentlichen Park am Rand der Colonie, ließ Conrad einen Zinkabguss des Wahrzeichens aufstellen. Das Original wurde von dem Bildhauer Wilhelm Bissen (1798-1868) als Erinnerung an den Sieg der königlich-dänischen Truppen über die schleswig-holsteinischen Truppen in der Schlacht bei Idstedt am 25. Juli 1850 geschaffen. 1864 ließ ihn Bismarck nach Berlin bringen und zunächst im Zeughaus Unter den Linden aufstellen. Seit 1878 stand er in der Central-Kadetten-Anstalt in Berlin-Lichterfelde. Nach dem Kriegsende 1945 wurde er von der amerikanischen Armee nach Kopenhagen gebracht.

 

     Die 1874 angefertigte Zinkkopie steht am Heckeshorn neben der Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz. Der Kriegerverein "Alsen" kümmerte sich um den Erhalt des Löwen in Wannsee. 1938, nachdem die dänische Gesandtschaft sich über den schlechten Zustand des von Bäumen und Büschen zugewachsenen Löwen beschwert hatte, wurde er an seinen heutigen Platz am Heckeshorn versetzt (unmittelbar neben dem Grundstück der Gedenkstätte). Seitdem führt die "Straße zum Löwen", die am alten Standort endete, nicht mehr zum Denkmal.

 

Das Original befand sich vor dem Zeughaus in Kopenhagen und wurde Mitte September 2011 von Kopenhagen an die Stadt Flensburg zurückgegeben und steht jetzt wieder auf dem dortigen Alten Friedhof.

 

 

     Conrad schuf die Infrastruktur für die Colonie Alsen. Seit 1838 bestand die Eisenbahnverbindung Berlin-Potsdam. Die 1874 gebaute S-Bahn, vom Volksmund "Bankierszüge" oder "Wahnsinnsbahn auf Conrädern" genannt, brachte die Bewohner bald in kürzester Zeit vom Bahnhof Wannsee in die Stadt. Für eilige Nachrichten stand den Kolonisten ein eigens für sie errichtetes Postamt an der Friedrich-Wilhelm-Brücke zur Verfügung.

 

     Ein Wasser- (1871) und ein Elektrizitätswerk (1890) versorgten die Anwohner, und mit der Versetzung zweier Pavillons von der Wiener Weltausstellung in die Kolonie, entstanden zwei exklusive Ausflugslokale, der „Kaiser-„ und der „Schweden-Pavillon“.

 

     1896 schenkte Conrad der Colonie Alsen eine Kirche. Zuvor war eine Friedhofsanlage entstanden, von den Berlinern despektierlich "Millionenfriedhof" genannt, auf der die meisten Kolonisten, sowohl Christen wie Juden, bestattet wurden.

 

     Als Conrad 1899 starb, verlor sich nach der Jahrhundertwende zunehmend der Gedanke einer Villenstadt. Stattdessen rückte die Vorstellung einer Landhauskolonie in den Mittelpunkt. Die Bewohner blieben nun meist ganzjährig in Wannsee. Neue Gestaltungsideen prägten die eleganten und farbenprächtigen Gartenlandschaften, welche die Villen einrahmten.

 

 

Plakette am Sockel des Flensburger Löwen, 2011

Plakette am Sockel des Flensburger Löwen, 2011

 

 

 


 

Update: 14.09.2011