Haus der Wannsee-Konferenz


 

 

Liebermann-Villa, um 1940

 

Liebermann-Villa, Gartenseite, um 1940

 

Max Liebermann im Garten am Wannsee

Max Liebermann im Garten am Wannsee

 

 

 

Max Liebermann   -   Sommerhaus und Garten

 

     Im Jahre 1909 erwarb Max Liebermann für 145.000 RM das letzte, aus zwei Parzellen bestehende Wassergrundstück in der Colonie Alsen. Der Maler, der seit 1892 das ihm später vom Vater vererbte Haus am Pariser Platz 7 bewohnte, war sehr stolz darauf, sich das „Schloß am See“ allein durch den Verkauf seiner Bilder ermalt zu haben: „Det ick det in anderhalb Jahren schaffe, hätte mir keener jegloobt.“

 

     Wie zuvor sein Nachbar, der AEG-Direktor Johann Hamspohn, und sechs Jahre später der Fabrikant Ernst Marlier, der Bauherr der heutigen Gedenkstätte „Haus der Wannsee-Konferenz“, beauftragte auch Liebermann den bekannten Messel-Schüler Paul O.A. Baumgarten mit dem Bau seines Sommerhauses. Liebermann selbst nahm auf die Planung seines Landsitzes großen Einfluss. Haus und Garten sollten eine Einheit bilden. Als Vorbild diente ihm die schlichte Eleganz von Hamburger Patrizierhäusern, die er einige Jahr zuvor gemalt hatte. Der Kunsthistoriker und Leiter der Hamburger Kunsthalle Alfred Lichtwark beriet den Maler bei der Gestaltung des Gartens. Die Ausführung der Arbeiten übernahm Albert Brodersen, seit 1910 Stadtgartendirektor von Berlin, der auch den Hamspohn'schen Garten in der Straße Am Großen Wannsee 40 angelegt hatte. Der Vordergarten wurde als Blumen- und Nutzgarten gestaltet. Neben der Zufahrt von der Colomierstraße ließ der Maler ein schlichtes Gärtnerhaus bauen. Die Mittelachse des Hauses verband den Vordergarten mit dem zur Seeseite liegenden Garten und gab den Blick bis hinunter zum Wasser frei. Links vom Speisezimmer aus gelangte man in den Salon, rechts in die Loggia. Im Obergeschoß befanden sich die Privaträume, alle zur Gartenseite gelegen. Hier befand sich befand auch das Atelier des Künstlers.

 

Max Liebermann, 1918   Max Liebermann, 1917

                                          Max Liebermann, 1918                                          Max Liebermann, 1917

 

 

     Ein Schmuckstück  in Liebermanns Garten war der Fischotterbrunnen des Bildhauers August Gaul, den der Maler seiner Frau Martha 1909 geschenkt hatte. Auf Anraten Lichtwarks platzierte er ihn am schönsten Platz im Garten, vor den Fliederbüschen.

 

     Ab 1914 verbrachte die Familie Liebermann die Sommermonate in Wannsee. Hier fand der Maler nun die Motive für seine Gemälde. Bis zum Ende seines Lebens waren sein Haus, der Garten und die Familie in Wannsee seine bevorzugten Sujets.

 

     Nach dem Tod Max Liebermanns wurde seine Witwe im Herbst 1935 gezwungen, das Haus am Pariser Platz zu verlassen. Nach dem November-Pogrom von 1938 wurde ihr auch das Haus in Wannsee genommen. Neuer Eigentümer wurde Reichspostminister Wilhelm Ohnesorge. Im Jahre 1940 wurde die Villa Erholungsheim für die Mitarbeiterinnen der Deutschen Reichspost.

 

     Nach dem Zweiten Weltkrieg bezog das Städtische Krankenhaus Wannsee die Villa. Seit 1971 ist der Sommersitz des Künstlers an den Deutschen Unterwasserclub verpachtet. Auf Privatinitiative gründete sich 1991 die Max-Liebermann-Gesellschaft Berlin. 1995 wurde die Villa Liebermann unter Denkmalschutz gestellt, 1997 beschloss das Abgeordnetenhaus von Berlin die Villa einer musealen Nutzung zuzuführen. Dem Tauchclub, der seit 1972 einen Pachtvertrag hatte, wurde ein Ersatzgrundstück am Wannsee zugesprochen.  

     Im Sommer 2002 begann die Renovierung des Gebäudes und die Rekonstruktion des Gartens. Neben der Dokumentation seines Lebensweges werden in einer Ausstellung die hier in Wannsee entstandenen Bilder gezeigt.

 

 

     Homepage der Liebermann-Villa in Berlin-Wannsee    

 

 

Update: 20.07.2011