Haus der Wannsee-Konferenz
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Kriegsende in Wannsee und die Krankenhäuser
Dr. med. Fritz Hussels und Dr. jur. Walter Strauß als Verwaltungsleiter versorgten in den Nachkriegswochen in den Lazaretten bis zu 1.200 meist verwundete Soldaten und Zivilisten. Dr. Strauß hatte die Zeit des Nationalsozialismus als versteckter Jude im Versteck in Wannsee in der Hugo-Vogel-Straße überlebt. 1933 war er aus seiner Dienststellung als Referent des Reichswirtschaftsministeriums zwangsweise in den Ruhestand versetzt worden. Mit dem Einverständnis der Alliierten wurden sechs nebeneinander liegende Villen mit ihren Nebengebäuden Am Großen Wannsee zum "Städtischen Krankenhaus Wannsee" umgewidmet. Große Teile des Inventars sind in den Maiwochen 1945 erst von den Russen, dann von den Amerikanern abgefahren worden. Danach tauchte deutsche Zivilbevölkerung auf, vornehmlich nachts, um zu plündern. Die Villa Oppenheim, in der der SD bis Kriegsende gesessen hatte, wurde wochenlang von den Russen durchsucht und konnte erst im Juli bezogen werden.
Besonders in den ersten Nachkriegsmonaten hatten die Ärzte und Schwestern, meist Diakonissen, eine außerordentliche Arbeitsbelastung. Sie haben Wannsee als eine Insel der Arbeit und des Schlaf in Erinnerung behalten. Ansonsten lobte man die Massivbauten der Villen auf den ausgedehnten Gartengrundstücken in schönster landschaftlicher Lage am Wannsee. Patienten und Personal schätzten die gediegene und luxuriöse Einrichtung und gleichzeitig die Umbauten wie Wasseranschlüsse; Anlage von Bädern und Duschräumen, die die Nazis, nachdem sie die ursprünglichen Besitzer enteignet hatten, in der Gauschule, dem Gästehaus, den Heimen der SS und Postangestellte, installiert hatten.
Neben Hussels und Strauß galt der Chefarzt der Chirurgie, Dr. med. Ernst-Ludwig Blumann, ebenfalls als unbelastet, da er nach Aussagen ehemaliger Mitarbeiter als Jude in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt war. Die chirurgische Abteilung kam in die Häuser von Max Liebermann und Johann Hamspohn, die Gynäkologie in die Villa Oppenheim und ab 1948 die Chirurgie. Auf dem Grundstück Oppenheim / von Simson befanden sich die Röntgenstation, Ärztekasino und Schwesternräume. Im "kleinen Messel" bei Ferdinand Springer wurden TBC-Station und Kinderstation eingerichtet, das Teehaus diente als Leichenhalle. Bei Salinger befand sich die Innere Abteilung, die Reclam / Brasch-Villa bezogen Verwaltung und Schwesternschule. Im einstigen Atelier Max Liebermann wurde zunächst operiert. Kaum jemand aus dem Kreis der Ärzte und Schwestern war sich der Bedeutung des Malers bewusst, in dessen Sommerhaus sie arbeiteten. Von den jungen Leuten hatte in der Nazizeit keiner den Namen Max Liebermann gehört oder seine Werke kennen gelernt.
1950 taxierten Beamte des Finanzamtes für Liegenschaften den Wert der Immobilien, um die Entschädigungssummen festzusetzen, die an die einstigen jüdischen Besitzer gezahlt werden sollten. Bis dahin wurden die Immobilien treuhänderisch verwaltet und die ehemaligen Besitzer erhielten Mietzahlungen.
Die Krankenhäuser in der Colonie Alsen entsprachen bald nicht mehr modernen medizinischen Standards. 1970 siedelte man in einen Neubau in der Straße zum Heckeshorn um. Die alten Villen sollten abgerissen werden, wurden teilweise aber vor dem Abbruch bewahrt und manche, die zur Seeseite liegen, von Wassersportvereinen bezogen.
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Update: 27.07.2011 |
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