Haus der Wannsee-Konferenz
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Eröffnung der Reichsluftschutzschule
Reichsluftschutzschule
Appell
Ausbildungslehrgang, 20. April 1939
Der Hochbunker heute
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Reichsluftschutzschule Heckeshorn
Der Zehlendorfer Architekt Eduard Jobst Siedler entwarf 1938 im Auftrag des Reichsluftfahrtministeriums die Anlage für die Reichsluftschutzschule Am Großen Wannsee 80. Hier wurden Schulungen für Luftschutzwarte aus dem gesamten Reichsgebiet durchgeführt.
Der Arbeiterfunktionär Oskar Hippe erinnerte sich an den Arbeitseinsatz auf der Großbaustelle Heckeshorn. Allein seine Firma beschäftigte dort 16 Kolonnen, 32 Kollegen, fast alle Arbeiter seien Sozialdemokraten und Gewerkschafter gewesen. Sie kritisierten offen die Deutsche Arbeitsfront und solidarisierten sich gegen Nazis am Arbeitsplatz. Einige ließen sich sogar die automatisch vom Lohn abgezogenen Beiträge für die Deutsche Arbeitsfront am Monatsende zurückerstatten.
Die Anlage in Wannsee entsprach in der Grundform der zeitgleich errichteten Kameradschaftssiedlung: dächerbetonte Reihen- und Siedlungshäuschen, kurvige Wegeverläufe und Einbeziehung der Natur. Auf dem 490.000 qm großen Gelände entstanden neben Unterkunftshäusern für die Mannschaften und zahlreichen Nebengebäuden auch ein Schulgebäude mit Eingangshalle, ein Wohlfahrtsgebäude sowie Hörsäle, Verwaltungsgebäude, Garagen. Der 'Völkische Beobachter" berichtete am 11. Mai 1939 über die pompöse Einweihungsfeier der Reichsluftschutzschule in Wannsee. In der Nachbarschaft war man über die neuen Anrainer verärgert. Es gab Beschwerden über den Lärm und Gestank der Frühe startenden Omnibusse, deren Fahrer mit langem Hupen die Mannschaften zusammentrommelten. Die Klagen wurden mit der Begründung abgewiesen, dass Nachbarrechte gegenüber Betrieben, die der Volksertüchtigung dienen, beschränkt werden können. Letztlich vertröstete man den hartnäckigsten Kläger, dass die Störungen abgestellt würden.
Ab 1943, während der Luftangriffe der Alliierten auf Berlin, benutzte ihn die Luftwaffe. Am 28.4.1945 wurden Volkssturmtruppen am Befehlsbunker Wannsee in Stellung gebracht. SS und Einheiten der Wehrmacht hatten die Wannsee-Region zur Festung ausgebaut. Aus Materialbeständen auf großen Frachtkähnen, die an der Pfaueninsel vor Anker lagen, wurden die Truppen versorgt. Die SS hatte im Wald verstreut Verpflegungskisten versteckt und selbst dort Stellung bezogen.
1946/47 wurde zunächst ein TBC-Krankenhaus in den Gebäuden der ehemaligen Reichsluftschutzschule eingerichtet und später in die Lungenklinik Heckeshorn umgewandelt. Der 25 Meter hohe Befehlsbunker wurde während des Baus der Reichsluftschutzschule nahe dem Verwaltungsgebäude errichtet und galt als der erste feste Bunker in Berlin. Er diente zunächst der Ausbildung der Luftschutzwarte, im Krieg sollte er Prominenten Schutz bieten und war der restlichen Bevölkerung nicht zugänglich.
Der Bunker steht noch heute auf dem Gelände, da ein Abriss zu teuer wäre. 1948, zur Zeit der Blockade, errichtete die Post einen Sendemast auf dem Wannsee-Bunker, der später durch den Nachfolger auf dem Schäferberg ersetzt wurde. Der Bunker diente 1948 als Funkleitstelle während der Luftbrücke und war deshalb von der regelmäßigen Stromsperre ausgeschlossen. Davon profitierten auch die Krankenhäuser im Bezirk Wannsee, die immer mit Strom versorgt waren. Ab 1982 erfolgte unter der Regie der Oberfinanzdirektion und der Bundesbaudirektion der Umbau in ein Hilfskrankenhaus im Atomschutzbunker, das auch noch heute bei Umweltkatastrophen etwa 500 Menschen Schutz bieten soll. Das Objekt ist jetzt beim Bundesamt für Zivilschutz angesiedelt, Eigentümer des Bodens ist das Krankenhaus Zehlendorf.
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Update: 28.07.2011 |
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