Haus der Wannsee-Konferenz
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Walter Salinger um 1930
Modell des Garten Salinger
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Die Villa Salinger Am Großen Wannsee 50
1891 kaufte Eduard Arnhold das Gelände Am Großen Wannsee 50 und ließ einen Obstgarten anlegen. 1913 beauftragte seine Adoptivtochter Else Kunheim den Architekten Anton von Werner jun. dort ein Landhaus zu errichten, das sie 1919 an den Papiergroßhändler Walter Salinger verkaufte.
Das Haus war solide gebaut und hatte ca. 25 Zimmer. Der Kaufmann beauftragte den Gartenarchitekten Ludwig Späth den Garten neu zu gestalten. 1923 erwarb er zusätzlich von Collignon die Grundstücke Nummer 47-49, auf denen sich zuvor die alte Ziegelei mit einem Wohngebäude für den Werkführer und Unterkünften für die Ziegeleiarbeiter befunden hatten. Das Grundstück Salinger war zwischen dem Landhaus von Hugo Vogel gelegen.
Walter Salinger wurde 1878 in Berlin geboren und war bis 1900 Mitglied der jüdischen Gemeinde zu Berlin. Er war mit Fanita von Stadler verheiratet Er war Inhaber des Papiergroßhandels Salinger & Leppmann und Teilhaber der reaktionären „Kreuzzeitung" und der „Deutschen Allgemeinen Zeitung". Salinger gehörte zu jenen Neureichen in der Zeit der Weimarer Republik in der Colonie Alsen, die wie auch Marlier, Minoux, van den Berg u. a. ihr Geld gerne zur Schau stellten und sich kaum noch sozial oder kulturell engagierten. Als passionierter Wassersportler unterhielt er mehrere Yachten im Verein Seglerhaus am Wannsee (VSAW), dem er bis 1933 angehörte. 1925 geriet der Unternehmer in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Fünf Jahre später wurde für ihn eine Eigentümergrundschuld von zwei Millionen Reichsmark eingetragen. 1934 wurde die Zwangsversteigerung anberaumt und der Hauptgläubiger, die Deutsche Bank, erhielt das Anwesen. Diese veräußerte es 1938 an die "Nationalsozialistische Volksfürsorge" (NSV), die 1941 zunächst die Villa, dann die restlichen Grundstücksteile belegte. 1943 wurde eine Gauschule errichtet, die der Schulung und Erholung der Mitglieder der Massenorganisation dienen sollte.
Gauschule der NSV in der Villa Salinger, Villa Salinger als Krankenhaus, 1950 um
1944
Nach 1945 verwaltete das Finanzamt für Liegenschaften treuhänderisch die sehr gut erhaltene Immobilie, die Teil des Krankenhauskomplexes in Wannsee wurde. Neben dem Krankenhaus nutzte ein Pächter einen Teil des Areals und betrieb dort eine Gärtnerei. 1950 gehörte die Immobilie zur Gebietskörperschaft Groß-Berlin. Nach dem Umzug des Krankenhauses wurde die Wohnungsbaugesellschaft Gagfah neue Eigentümerin. Sie ließ die Villa Salinger abreißen und Wohnblocks auf dem Grundstück errichten.
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Update: 20.07.2011 |
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