Haus der Wannsee-Konferenz


 

 

 

Das finnische Blockhaus des Generaloberst Stumpff

Das finnische Blockhaus des Generaloberst Stumpff

 

 

Hans-Jürgen Stumpff (1889-1968)

Generaloberst Hans-Jürgen Stumpff

 


Kapitulation in Berlin , 8. Mai 1945

Berlin-Karlshorst, 8. Mai 1945:
Unterzeichnung der Kapitulation
im sowjetischen Hauptquartier.

Links: H.-J. Stumpff
 

 

Das finnische Blockhaus und General Stumpff

 

     Als Chef der Luftwaffe hatte Hermann Göring 1944 befohlen, dass die Reichsluftschutzschule Heckeshorn "für kriegsentscheidenden Einsatz" von der Dienststelle des Luftwaffenbefehlshabers Mitte zu beziehen sei. Da die Räume nicht ausreichten, sollten auf dem Gelände elf Büro- und Unterkunftsbaracken sowie ein finnisches Blockhaus errichtet werden.

 

     Die Anlage war nur für die Kriegsdauer vorgesehen und sollte auf Pfahlrosten unter weitgehender Schonung des Waldbestandes und "Würdigung des Landschaftsbildes" erbaut werden. Die Bauleitung übernahm die Luftwaffe Wannsee.

Das Blockhaus wurde 1944 aus Finnland in zusammengesetzten Einzelelementen als "Original Finnenhaus" in doppelter Ausführung nach Berlin geliefert und auf dem Gelände Am Großen Wannsee 70 aufgestellt. Von 1944 bis zur Kapitulation wohnte dort Generaloberst Hans-Jürgen Stumpff mit seinem Adjutanten.

 

     Generaloberst Hans-Jürgen Stumpff, geb. 1889 in Kolberg, wurde 1939 Chef der Luftwaffe. Er galt als "unpolitischer Soldat" in der Tradition der älteren Generalstabsoffiziere der Reichswehr stehend, und konnte längere Zeit erfolgreich den Einfluss der politisch bestimmten Führer der Luftwaffe eindämmen. Bis 1943 war er Chef der Luftflotte in Norwegen, dann übernahm er die Verantwortung als Oberbefehlshaber der Luftflotte Reich, wo er vor allem mit Luftangriffs- und Verteidigungsaufgaben (Flakeinsatz) betraut wurde.

 

Völkischer Beobachter, 1.11.1938    Völkischer Beobachter, 1.11.1938

 

 

     Am 23. April 1945 befahl Großadmiral Dönitz - Hitlers Nachfolger als Oberbefehlshaber der Wehrmacht - über Generaloberst Stumpff, den Oberbefehlshaber der Luftflotte Reich, im Vorgriff auf die Kapitulation das Startverbot für die Luftwaffe im Nordraum. Nach der Kapitulation am 7. Mai 1945 im Hauptquartier Eisenhowers in Reims fand am 8. Mai nach einer Weisung Eisenhowers eine weitere Kapitulationszeremonie in Berlin-Karlshost statt, an der Hans-Jürgen Stumpff für die Luftwaffe teilnahm.

 

 


 

update: 28.07.2011