Haus der Wannsee-Konferenz
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Villa Oppenheim, 1906
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Das „Wannsee-Institut“, Am Großen Wannsee 43-45
Seit 1937 war in der beschlagnahmten Villa von Franz Oppenheim Am Großen Wannsee 43-45 eine Dienststelle des Sicherheitsdienstes untergebracht. Im Januar hatte die Gestapo eine große Bücherei mit Literatur über die Sowjetunion aus Breslau nach Berlin verschleppt, wo sie den Grundstock für ein geheimes Ostforschungsinstitut bildete. Die Materialien wurden in die Villa Oppenheim gebracht. Offiziell wurde die Einrichtung, die allgemein als „Wannsee-Institut“ bezeichnet wurde, unter dem Tarnnamen „Institut für Altertumsforschung“ geführt.
Im Auftrag des Reichsführers SS, Heinrich Himmler, erstellte das Institut Gutachten und Monatsberichte über die Sowjetunion, ihre Wirtschaft und die dort lebenden „Volkstümer“. 1940 wurde das Institut dem Auslands-Nachrichtendienst unterstellt. Zum Institut gehörte auch ein Teil des Parks der ehemaligen Villa Oppenheim auf dem Grundstück Zum Heckeshorn 16/18, von dem aus vermutlich sowjetischer Funkverkehr sowie Radiosendungen abgehört wurden.
1937 holte SD-Amtschef Franz Alfred Six den aus Georgien stammenden Landwirtschaftsexperten Michael Achmeteli nach Berlin, wo er die Leitung des neu geschaffenen „Wannsee-Instituts“ übernahm. Dankbar widmete ihm Achmeteli eines seiner unter Pseudonym erschienenen Bücher über die Landwirtschaft in der Sowjetunion. Mit Hilfe von Six war Achmeteli Professor an der Berliner Universität geworden, wo er einen Teil seiner Institutsmitarbeiter rekrutierte, ausbildete oder ihnen zum Doktortitel verhalf. Die Mitarbeiter des Instituts wurden in die SS aufgenommen und trugen die Uniform des Sicherheitsdienstes. Viele von ihnen waren Auslandsdeutsche, oft aus dem Baltikum oder anderen Teilen des früheren Russischen Reiches.
Beim „Anschluss Österreichs“ und der Zerschlagung der Tschechoslowakei erhielt das Institut „Sonderaufträge“. Beim Überfall auf Polen wurde auf spezielle Kenntnisse einiger Mitarbeiter zurückgegriffen, die zum Beispiel den SD- Einsatzgruppen zugeteilt wurden oder an der Organisation von „Umsiedlungen“ aus dem Baltikum beteiligt waren. Im Zuge dieser „Umsiedlungen“ ermordete die SS neben Juden auch Patienten psychiatrischer Kliniken, um für die Umgesiedelten Platz zu schaffen. Während des Krieges gegen die Sowjetunion erstellte das Institut Gutachten, die der Beherrschung des „Ostraumes“ dienen sollten. Mitarbeiter des Instituts wurden weiterhin den Einsatzgruppen des SD im Osten zugeteilt. Nach der Auslagerung des Instituts nach Schloß Plankenwarth bei Graz im Jahre 1943 fand in der Villa am Wannsee eine andere Art von „Ostarbeit“ statt: Karten für die Kriegsführung wurden gezeichnet und Zielunterlagen für Luftangriffe wurden hergestellt. Auch Sabotageaktionen gegen die Sowjetunion wurden hier vorbereitet.
Unter dem Tarnnamen „Unternehmen Zeppelin“ wurden am Wannsee auch Agenten ausgebildet, deren Aufgabe es war, hinter der sowjetischen Front Aufstände anzuzetteln
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Update: 28.07.2011 |
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