Haus der Wannsee-Konferenz


 

 

 

Anton von Werner (1843-1915)

Anton von Werner (1843-1915)

 

Anton von Werner, Kaiserproklamation, 1878

Anton von Werner,
Kaiserproklamation, Kreidezeichnung 1878

 

Anton von Werner, Eröffnung des Reichstages, 1893

Anton von Werner, Eröffnung des Reichstages,
Ölgemälde 1893

 

Antomn von Werner, Berliner Kongress (Detail), 1881

Anton von Werner, Der Berliner Kongress,
13.  Juli 1878, Ölgemälde 1881 (Detail)

 

Der Hofmaler Anton von Werner

 

     Anton von Werner (1843-1915) war einer der bekanntesten Historienmaler seiner Zeit. Sein Schlüsselerlebnis war der deutsch-französische Krieg 1870, an dem er als Kriegszeichner teilnahm. Noch 25 Jahre später zehrte seine Kunst von diesen Eindrücken. Es sind trocken registrierende, sachlich gemalte Berichte und Porträts der hohen Generalität von dokumentarischem Wert.

   

     Der in der Öffentlichkeit ebenso gefeierte wie verlästerte Name Anton von Werners steht vor allem in Verbindung mit seinem Hauptbild der „Kaiserproklamation in Versailles". Neben seiner umfangreichen Produktion von Uniform- und Trachtenstudien entwickelte er eine umfassende Lehrtätigkeit. Seit 1875 war er Direktor der Königlich akademischen Hochschule für die bildenden Künste in Berlin, war Leiter eines Meisterateliers und langjähriger Vorsitzender des Vereins Berliner Künstler. Anton von Werner gehörte neun Akademien als Ehrenmitglied an, war Träger des Ordens Pour le Mérite. Seit 1871 war er offizieller Hofmaler des Kaiserhauses und bekam 1901 den Titel „Exzellenz“ verliehen. Anton von Werner war ein Günstling Kaiser Wilhelms II. Seine Bedeutung als einflussreicher Kulturpolitiker war fast größer als sein Talent als Maler.

 

     Werner lehnte sämtliche naturalistischen und impressionistischen Strömungen in der Kunst kategorisch ab und war deshalb entschiedener Kontrahent Max Liebermanns, Hugo Vogels und Philipp Francks, die auch in der Colonie Alsen wohnten. Seitdem Carl Becker 1879 nach Wannsee gezogen war, folgten einige Akademiepräsidenten seinem Beispiel, darunter auch Anton von Werner. Der „Kaisermaler“ lebte in der Straße zum Löwen in einem relativ bescheidenen Sommerhaus, das er 1887 erbauen ließ. Zuvor verbrachte er mehrere Sommer in der Mietvilla in der Straße zum Löwen/Ecke Kaiserstraße, ein Angebot Conrads, das Wohnen in der Colonie Alsen erst einmal auszuprobieren, bevor man sich zum Kauf eines Hauses oder Grundstücks entschied.

 

     Bei seinen Sommeraufenthalten in Wannsee gelangen Anton von Werner einige Gartenbilder von erstaunlicher Leichtigkeit. In der Villenkolonie verkehrte er mit den Malern Oscar Begas und Carl Becker, dem Architekten Hermann Ende, den Unternehmern Arnold von Siemens und Robert Guthmann und gelegentlich auch mit dem Kaiser und Kronprinzen.

 

Karikatur Anton von Werner, Simplicissimus 1904

 

 

 

 

 

 

 

Olaf Gulbransson, Anton von Werner "Orden verpflichten",
Karikatur 1904 (Simplicissimus, 1. März 1904)

Sonderpostkarte Anton von Werner, Deutsche Bundespost 2000

 

 

 

 

Deutsche Bundespost,

Sonderpostkarte mit Anton von Werner, 2000

 

 


 

Update: 28.07.2011