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Dauerausstellung -
Raum 9 |
Haus der Wannsee-Konferenz |
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Bühler, seit Juni 1941 ständiger Stellvertreter des Generalgouverneurs Dr: Hans Frank, war in dieser Funktion an allen Verbrechen an der polnischen Bevölkerung und am Massenmord an den Juden in Polen beteiligt. Er drängte Heydrich auf der Wannsee-Konferenz mit der „Endlösung" im Generalgouvernement zu beginnen, weil er hier keine „Transportprobleme" sah und „die Judenfrage in diesem Gebiet so schnell wie möglich zu lösen" wünschte. 1942 beteiligte sich Bühler an den Vorbereitungen für deutsche Siedlungen bei Lublin und an der Verschleppung von Polen zur Zwangsarbeit nach Deutschland.
Geboren in Waldsee (Württemberg) als Sohn eines Bäckers in einer katholischen Familie. Gymnasium, Studium und 1932 Promotion zum Dr. jur. April 1933 Eintritt in die NSDAP. Als Oberstaatsanwalt Büroleiter beim „Reichsminister ohne Geschäftsbereich“ Hans Frank. Dezember 1939 Chef des Amtes des Generalgouverneurs in Krakau, März 1940 dessen Staatssekretär. Januar 1945 Flucht aus Krakau. Im April 1946 Zeuge der Verteidigung von Hans Frank vor dem Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg, danach Auslieferung an Polen. In Krakau im Juli 1948 zum Tode verurteilt und hingerichtet.
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Als Organisator der Deportationen spielte Eichmann eine zentrale Rolle bei der Ermordung der europäischen Juden. Seit Oktober 1934 im SD-Hauptamt Berlin im Referat II /112 („Judentum") tätig, befasste er sich mit der Vertreibung der Juden aus Deutschland. Nach der Annexion Österreichs und dem deutschen Einmarsch in Böhmen und Mähren leitete Eichmann 1938/39 die „Zentralstellen für jüdische Auswanderung“ in Wien und Prag. Im September 1939 organisierte er den – bald abgebrochenen – Aufbau eines „Judenreservats“ nahe dem polnischen Dorf Nisko bei Lublin. Ab Dezember 1939 leitete er das Referat IV D 4 des RSHA („Auswanderung und Räumung“), im März 1941 wurde er Leiter des Referats IV B 4 („Judenangelegenheiten und Räumungen“). Eichmann fertigte das zusammenfassende Protokoll der Wannsee-Konferenz an. Von Oktober 1941 bis 1944 koordinierte sein Büro die Transporte und bestimmte die Zahl der Juden, die deportiert wurden. Ab März 1944 war er als Chef des „Sonderkommandos Eichmann" in Budapest verantwortlich für die Verschleppung von über 437.000 Juden nach Auschwitz und in andere Konzentrations- und Vernichtungslager.
Geboren in Solingen als Sohn eines Buchhalters. Oberrealschule, Ingenieurausbildung abgebrochen, danach kaufmännische Lehre. Von 1925 bis 1933 Verkäufer und Reisevertreter in Wien. April 1932 Eintritt in die NSDAP und SS. August 1933 Übersiedlung nach Deutschland. Ab 1934 im SD, von 1939 bis 1945 im RSHA. Anfang Mai 1945 Tarnung als Luftwaffengefreiter; Gefangennahme und Flucht. Unter falschem Namen Forstarbeiter bei Celle. 1950 Flucht über Österreich nach Italien und weiter nach Argentinien, wo er unter dem Namen Ricardo Klement in Buenos Aires lebte. Im Mai 1960 dort durch Angehörige des israelischen Geheimdienstes entführt. Im Dezember 1961 in Jerusalem zum Tode verurteilt und am 1. Juni 1962 hingerichtet.
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Freisler vertrat auf der Wannsee-Konferenz jenes Ministerium, das vor allem seit den Nürnberger Gesetzen von 1935 die juristische Verfolgung der deutschen Juden geleitet hatte und deren Entrechtung systematisch vorantrieb. Freisler galt als „Garant nationalsozialistischer Gesinnung". Im August 1942 wurde er zum Präsidenten des Volksgerichtshofes ernannt. In dieser Position fällten er und weitere Mitglieder des Volksgerichtshofs tausende Todesurteile gegen politische Gegner.
Geboren in Celle als Sohn eines Diplomingenieurs, protestantisch-reformiertes Elternhaus. Gymnasium in Aachen, 1912 Abitur. Jurastudium an der Universität Kiel. August 1914 Kriegsdienst als Fahnenjunker, später Leutnant, Oktober 1915 bis 1920 russische Kriegsgefangenschaft. 1922 Promotion zum Dr. jur. Ab 1924 Rechtsanwalt in Kassel und Stadtverordneter für den Völkisch-Sozialen Block. Juli 1925 Eintritt in die NSDAP. 1932 Abgeordneter im preußischen Landtag. Im selben Jahr als Ministerialdirektor in das Preußische Justizministerium berufen, ab Juni 1933 Staatssekretär, Mitglied des preußischen Staatsrates. Oktober 1933 Mitglied des Akademie für Deutsches Recht und Leiter ihrer Strafrechtsabteilung. April 1935 Staatssekretär im zusammengelegten Reichs‑ und Preußischen Justizministerium, zuständig u. a. für Personalfragen, Strafgesetzgebung und Strafvollzug. Umgekommen bei einem Luftangriff in Berlin am 3. Februar 1945.
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Heydrich war seit 1938 eine Schlüsselfigur bei der Vertreibung und Ermordung der Juden in Europa. Seit der Annexion Österreichs hatte sich der SD durch die Organisation der Zwangsauswanderung hervorgetan. Nach dem Novemberpogrom 1938 ließ Heydrich 26.000 Juden in Deutschland in Konzentrationslagern inhaftieren. Mit Beginn des Krieges am 1. September 1939 ordnete Heydrich die Ghettoisierung der Juden und die Einrichtung von Ältestenräten in allen jüdischen Gemeinden in Polen an. Nach dem Überfall auf die Sowjetunion befahl er zunächst den Einsatzgruppen, kommunistische Funktionäre und Juden im wehrfähigen Alter zu exekutieren. Mit seiner Weisung gingen die Einsatzgruppen bald zum systematischen Massenmord an der gesamten jüdischen Bevölkerung der besetzten sowjetischen Gebiete über. Ausgestattet mit einem von Göring unterzeichneten Ermächtigungsschreiben vom 31.Juli.1941 zur Durchführung der „Endlösung der Judenfrage" plante Heydrich die Ermordung von 11 Millionen europäischen Juden.
Geboren in Halle a.d. Saale als Sohn eines Komponisten und Konservatoriumsdirektors. Katholisches Gymnasium.1920 Freikorpskämpfer, 1922 Eintritt in die Reichsmarine, als Oberleutnant zur See 1931 wegen eines gebrochenen Eheversprechens in Unehren entlassen. 1931 Eintritt in die NSDAP und die SS. Im Juli 1932 von Himmler mit dem Aufbau und der Leitung des Sicherheitsdienstes (SD) beauftragt. April 1933 Leiter der Bayerischen Politischen Polizei, April 1934 Chef des Geheimen Staatspolizeiamtes in Berlin, Juni 1936 Chef der Sicherheitspolizei, September 1939 Chef des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA). Am 27. Mai 1942 Attentat tschechischer Widerstandskämpfer auf Heydrich in Prag, am 4. Juni 1942 an den Folgen gestorben.
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Hofmann beteiligte sich von 1940 bis 1943 in leitender Funktion an der Germanisierungspolitik auf dem Territorium Polens und der Sowjetunion. Er war verantwortlich für die „Rasseprüfung“, in deren Folge Einwohner der besetzten Gebiete von ihrem Land vertrieben und Deutsche dort angesiedelt wurden, für die Verschleppung polnischer Kinder nach Deutschland und für die „Sippenpflege" innerhalb der SS. Auf der Wannsee-Konferenz forderte Hofmann mit Nachdruck die Sterilisierung der „Mischlinge"
Geboren in Innsbruck als Sohn eines Kaufmanns. Gymnasium. August 1914 Kriegsfreiwilliger, März 1917 Leutnant, Juni 1917 russische Kriegsgefangenschaft, Flucht nach Deutschland, anschließend Pilotenausbildung, 1919 demobilisiert. 1920 bis 1925 im Weingroßhandel tätig, danach selbständiger Weinvertreter. April 1923 Eintritt in die NSDAP, April 1931 in die SS, seit 1933 hauptberuflicher SS‑Führer. Im April 1943 Führer des SS‑Oberabschnitts Südwest und Höherer SS- und Polizeiführer in Württemberg, Baden und im Elsass. Kommandeur der Kriegsgefangenen im Wehrkreis V (Südost). Im Prozess gegen das Rasse‑ und Siedlungshauptamt im März 1948 wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen zu 25 Jahren Haft verurteilt, 1954 nach Begnadigung aus dem Zuchthaus Landsberg entlassen. Danach kaufmännischer Angestellter in Württemberg.
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Klopfer war wegen der zentralen Stellung der Parteikanzlei im Herrschaftssystem des Nationalsozialismus Teilnehmer der Wannsee-Konferenz. Er gehörte zu den einflussreichen und gut informierten Parteibürokraten des NS-Regimes. Als Leiter der Staatsrechtlichen Abteilung III in der Partei-Kanzlei der NSDAP und Stellvertreter Martin Bormanns war er zuständig für „Rasse- und Volkstumsfragen", Wirtschaftspolitik, Zusammenarbeit mit dem RSHA und Grundsatzfragen der Besatzungspolitik. Im November 1942 beteiligte er sich als Staatssekretär an der weiteren Einschränkung der Rechte von in „Mischehen" lebenden Juden.
Geboren in Schreibersdorf (Schlesien) als Sohn eines Landwirts. 1923 Abitur, Studium der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften in Jena und Breslau, 1927 Promotion zum Dr. jur. 1931 Amtsrichter in Düsseldorf. April 1933 Eintritt in NSDAP und SA. Ende 1933 Referent im Preußischen Landwirtschaftsministerium, 1934 im Geheimen Staatspolizeiamt. Im April 1935 zum Stab des "Stellvertreters des Führers", Rudolf Hess. 1935 Eintritt in die SS, dort Hauptstellenleiter. 1938 als Ministerialrat mit der Enteignung jüdischer Unternehmen befasst. Im April 1945 Flucht aus Berlin, später interniert. Nach der Haftentlassung 1949 durch die Nürnberger Hauptspruchkammer für „minderbelastet“ erklärt. 1952 Helfer in Steuersachen, 1956 Rechtsanwalt in Ulm. Ein Ermittlungsverfahren wegen Teilnahme an der Wannsee-Konferenz durch die Staatsanwaltschaft Ulm wurde 1962 eingestellt.
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Kritzinger war nach Hans Heinrich Lammers, dem Chef der Reichskanzlei, die zweite Führungsperson dort. Er verfügte über Kenntnisse von allen antijüdischen Maßnahmen und war innerhalb der Reichskanzlei selbst mit „Judenproblemen" befasst. So beteiligte er sich im Jahre 1939/40 an der Erarbeitung der Verordnungen gegen „Volksschädlinge" und an der 11. Verordnung zum Reichsbürgergesetz, der Grundlage für den Einzug des Vermögens der deutschen Juden vor deren Deportation. Als Staatssekretär beschäftigte er sich 1942/43 mit der Ausarbeitung von Verordnungen zur Rechtsmittelbeschränkung für Juden. Während der Vernehmungen nach 1945 räumte Kritzinger seine Teilnahme an der Wannsee-Konferenz ein, deren verbrecherischen Charakter er zugab.
Geboren als Sohn eines Pfarrers in Grünfier (Netzekreis). Abitur 1908, Jurastudium, 1914‑18 Fronteinsatz, zuletzt als Leutnant der Reserve. 1921 Assessorexamen, danach Hilfsarbeiten im Reichsjustizministerium. 1925/26 Landgerichtsrat im Preußischen Handelsministerium. 1926 wieder im Reichsjustizministerium. 1938 Eintritt in die NSDAP. Februar 1938 Übertritt in die Reichskanzlei als Leiter der Abteilung B mit der Amtsbezeichnung eines Ministerialdirektors, Anfang 1942 Unterstaatssekretär und am Ende des gleichen Jahres Staatssekretär. April 1945 Flucht aus Berlin, im Mai 1945 Staatssekretär in der Regierung Dönitz in Flensburg, anschließend in Bruchsal interniert. Im April 1946 entlassen, im Dezember erneut inhaftiert, erhielt Kritzinger bald Haftverschonung wegen Krankheit.
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Lange gehörte über Jahre hinweg zu den Gestapo-Beamten der „mittleren Ebene“, die das Funktionieren des Terrorapparates garantierten. Als unter dem Kommando Heydrichs die Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD formiert wurden, um die Juden in der Sowjetunion zu ermorden, wurde Lange der Leiter des Gruppenstabes der Einsatzgruppe A. Im Baltikum führte er zeitweilig das Einsatzkommando 2, das bis Dezember 1941 etwa 60.000 lettische und nach Lettland deportierte Juden ermordete. Lange kommandierte persönlich Massenerschießungen am Stadtrand Rigas. Unter den Teilnehmern an der Wannsee-Konferenz war er der „erfahrene Praktiker“ der Massenexekutionen.
Geboren in Weisswasser als Sohn eines Reichsbahnbauinspektors. Jurastudium. 1933 Eintritt in die Gestapo Halle. Promotion zum Dr. jur. an der Universität Jena. 1936 im Geheimen Staatspolizeiamt in Berlin, 1937 Eintritt in die NSDAP und SS, 1938 bei der Gestapo in Wien, 1939 Gestapo Stuttgart, 1940 Leiter der Gestapo Weimar und Erfurt, September 1940 Vertreter des Leiters der Berliner Gestapo. Dezember 1941 Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD in Lettland, ab Januar 1945 Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD im „Warthegau“. Februar 1945 Selbstmord in Posen.
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