Veranstaltungen

09. Januar 2018, 19.00 Uhr  - Eintritt frei

Der Holocaust vor deutschen Gerichten: Amnestieren, Verdrängen, Bestrafen.
Buchpräsentation und Gespräch mit 
Dr. Hans-Christian Jasch, Direktor, Haus der Wannsee-Konferenz
Dr. Wolf Kaiser
Prof. Dr. Johannes Tuchel, Direktor, Gedenkstätte Deutscher Widerstand  

Die rechtliche Aufarbeitung der NS-Verbrechen hat die öffentliche Wahrnehmung des Holocaust bis heute entscheidend geprägt und die Deutschen mit der Frage nach ihrer moralischen Mitschuld konfrontiert. Von den Nürnberger Militärtribunalen (1945–1949) bis zu den Verfahren gegen John Demjanjuk und Oskar Gröning gab es verschiedene Phasen der Aufarbeitung, die in engem Zusammenhang mit der gesellschaftlichen Entwicklung in beiden deutschen Teilstaaten und in deren Beziehung zueinander stehen.

Ort: Topographie des Terrors, Auditorium,  Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg


11. - 13. Januar 2018

Conference "Double exposures". Perpetrators and the uses of photography.
The conference aims to consider the past, present, and future uses of photography of and by perpetrators of mass violence, genocide, and other forms of political violence. We invite contributions from scholars working in the fields of history, sociology, anthropology, political science, literary and cultural studies, media studies, philosophy, law, criminology, religious studies, etc. as well as curators, educators, journalists, and other practitioners whose work intersects with the question of perpetration and the uses of photography.
Ort: Kazerne Dossin, Mechelen/Belgien

•  Programm und Anmeldung


14. Januar 2018, 14:00 Uhr - Eintritt frei -

Vortrag
Alexander Kliymuk: „Deutschland den Ostjuden!“ Das Ostjudenbild im antisemitischen Diskurs der Weimarer Republik.
Welche Rolle spielten osteuropäisch-jüdische Migrant*innen in der Entwicklung des deutschen Antisemitismus zwischen 1918 und 1933? Wie und mit welchen Eigenschaften wurden die sogenannten Ostjuden von deutschen Antisemiten beschrieben? Wie oft wurden sie in der Presse erwähnt – und wann wurden sie in diesen Artikeln von den deutschen Juden getrennt, wann gleichgestellt? Zur Beantwortung dieser und anderer Fragen hat Alexander Kliymuk für sein Dissertationsprojekt die Zeitung „Völkischer Beobachter“ (bis 1920 „Münchner Beobachter“) ausgewertet, die ab Ende 1920 zum offiziellen Presseorgan der NSDAP wurde. Seine Analyse ermöglicht fundierte Aussagen zur Rolle des Ostjudenbildes im antisemitischen Diskurs und die Nachzeichnung der Dynamik seiner Entwicklung.

Alexander Kliymuk, geb. 1991 in Tartu, Estland, studierte Internationale Beziehungen an der Staatlichen Universität St. Petersburg und ist Doktorand an der Jagiellonen-Universität in Krakau. Sein Forschungsinteresse gilt der Geschichte der europäischen Juden, des Antisemitismus und des Holocaust sowie der Erinnerungskulturen in Europa. Er ist freier Mitarbeiter der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz.


Veranstaltung zum 76. Jahrestag der Wannsee-Konferenz

Sonntag, 21. Januar 2018  -  9:30 Uhr

Christlich-jüdischer Gottesdienst zum Gedenken an den Tag der Wannsee-Konferenz
Ort: Andreaskirche, Lindenstr. 2, 14109 Berlin
Mitwirkende:
Rabbiner Prof. Andreas Nachama
Pfarrer Lutz Nehk, Beauftragter des Erzbistums Berlin für Erinnerungskultur und Gedenkstättenarbeit
Pfarrerin Marion Gardei, Beauftragte für Erinnerungskultur der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz
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Sonntag, 21. Januar 2018 -  11:00 Uhr

Zeitzeugingespräch mit Frau Batsheva Dagan

Ort: Haus der Wannsee-Konferenz, Am Großen Wannsee 56-58, 14109 Berlin

Batsheva Dagan, 1925 als Isabella Rubinstein in Łódź (Polen) geboren, Holocaust-Überlebende, Pädagogin und Autorin, erlebte bereits in ihrer Kindheit antisemitische Anfeindungen in ihrer Heimatstadt. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs flohen ihre Eltern mit ihr nach Radom, wo die Familie 1941 in das Ghetto ziehen musste. Die Eltern wurden nach Treblinka deportiert und ermordet. Von den acht Geschwistern überlebten nur drei den Holocaust. Batsheva Dagan floh mit gefälschten Papieren nach Deutschland und arbeitete als Dienstmädchen, bis sie verhaftet und nach Auschwitz deportiert wurde. Die 17-jährige verrichtete Zwangsarbeit, baute im Lager jedoch Freundschaften auf, lernte Fremdsprachen und organisierte kulturelle Tätigkeiten. Nach einem Todesmarsch kam sie zuerst in das Konzentrationslager für Frauen in Ravensbrück, dann in das Außenlager Malchow, bis sie im Mai 1945 befreit wurde. Sie wanderte nach Israel aus, studierte Psychologie und widmete sich der Kinder- und Jugendbildung. Sie schreibt Bücher, Gedichte und Lieder für Kinder und Jugendliche über Holocaust-Themen und entwickelte psychologische und pädagogische Methoden, um Kindern den Holocaust nahezubringen. Sie gilt als Pionierin in der Holocaust-Erziehung von Kindern und Jugendlichen. Im April 2007 wurde ihr der Verdienstorden des Landes Brandenburg verliehen.

 • Um vorherige Anmeldung wird gebeten: office@ghwk.de


18. - 31. Januar 2018

United Nations Department of Public Information
2018 Holocaust Remembrance Calendar of Events
“Holocaust Remembrance and Education: Our Shared Responsibility”


The theme of the memorial ceremony will be “Holocaust Remembrance and Education: Our Shared Responsibility”. The theme emphasizes the universal dimension of the Holocaust and underscores that education about this tragedy should encourage humankind to firmly reject all forms of racism, violence and anti-Semitism.

Thursday, 18 January 2018
• Exhibit Opening Portraits of Holocaust Survivors

Monday, 22 January 2018
• Exhibit Opening Survivors, Victims and Perpetrators

Tuesday, 23 January 2018
• Exhibit Opening The Butterfly Project: Remembering the Children of the Holocaust

Wednesday, 24 January 2018
• Film Screening Children of the Holocaust

Thursday, 25 January 2018
• United Nations Department of Public Information NGO Briefing

Monday, 29 January 2018
• Panel Discussion “Archives of the Second World War: Their Impact on History and Humanity”

Wednesday, 31 January 2018
• United Nations Holocaust Memorial Ceremony

   • Programme


11. Februar 2018, 14:00 Uhr - Eintritt frei -
Vortrag
Eren Yildirim Yetkin: Die kurdischen Narrative im umkämpften Erinnerungsdiskurs zum armenischen Genozid.

100 Jahre sind seit dem Genozid an den Armeniern vergangen, und dennoch ist er in der öffentlichen Wahrnehmung heute hoch aktuell: Wie lange wird der türkische Staat seine Verantwortung noch leugnen? Welche Regierungen werden als nächstes dieses Verbrechen als einen Völkermord anerkennen? Und was sind die Ergebnisse der jüngsten Archivarbeit? Diskutiert wurde der Genozid lange Zeit nur im (makro)-politischen Kontext. Ein davon stark geprägtes kollektives Gedächtnis ist eine Folge davon. Die Narrative aus der „Peripherie“, beispielsweise der Kurden des armenischen Hochplateaus, unterscheiden sich davon allerdings fundamental: Hier gehört Gewalt zur kontinuierlichen Eigenerfahrung. Die Erinnerungen an den Völkermord sind dadurch durchaus kontrovers. In diesem Vortrag werden kurdische Biographien aus Van und Istanbul vorgestellt. Bei der Diskussion über diese mehrschichtigen und vielfältigen Erinnerungen stellt sich die Frage, inwiefern die eigene Gewalterfahrung das Gedenken an ein Verbrechen aus der Vergangenheit beeinflusst.

Eren Yildirim Yetkin studierte Deutsch als Fremdsprache und Erziehungswissenschaften in Ankara und Berlin. Derzeit promoviert er mit Förderung der Hans-Böckler-Stiftung im Fach Soziologie an der Goethe Universität Frankfurt/ Main über die Erinnerung der Kurd*innen aus Van und Istanbul an den armenischen Genozid 1915.


28. Februar 2018  -  18:30 - 20:00 Uhr -  Eintritt frei

Book Launch: The Participants. The men of the Wannsee Conference.

Dr. Hans-Christian Jasch und Dr. Christoph Kreutzmüller

Despite lasting less than two hours, the Wannsee Conference is today understood as a signal episode in the history of the Holocaust, exemplifying the labour division and bureaucratization that made the “Final Solution” possible. Yet while the conference itself has been exhaustively researched, many of its attendees remain relatively obscure. Combining accessible prose with scholarly rigor, The Participants presents fascinating profiles of the all-too-human men who implemented some of the most inhuman acts in history.
Ort: The Wiener Library/London


11. März 2018, 14:00 Uhr - Eintritt frei -

Werkstattgespräch
Kerstin Stubenvoll: NS-Kolonialrevisionisten, die Besatzung Frankreichs und Belgiens und die Erhebung von Wissen zu Wirtschaft und Arbeit in Afrika.
In Frankreich sind Haltungen zur kolonialen Vergangenheit seit langem ein Thema in politischen Debatten. Auch in Deutschland sind in jüngster Zeit der deutsche Kolonialismus und seine erinnerungspolitischen Dimensionen verstärkt in den Blick der Öffentlichkeit gerückt. Dabei gilt Kolonialismus meist eher als je nationales denn als schwieriges europäisches Erbe.
Im Werkstattgespräch werden aktuelle Forschungen zu den transnationalen Dimensionen kolonialrevisionistischer NS-Politik vorgestellt. Mit der Besatzung Frankreichs und Belgiens 1940 etwa ging ein großes Interesse deutscher Dienst- und Parteistellen an Erfahrungswerten und Praktiken der westeuropäischen Kolonialmächte einher. Wirtschafts- und arbeitspolitische Dokumente und Literatur wurden beschlagnahmt oder die Arbeit französischer und belgischer Experten in kolonialen Kommissionen analysiert, um sie für NS-Kolonialplanungen fruchtbar zu machen.
Anhand von Archivquellen und zeitgenössischen Publikationen erforschen Studierende der Humboldt Universität Berlin und der École des Hautes Études en Sciences Sociales (EHESS) in Paris gemeinsam solche europäischen Dimensionen des NS-Kolonialrevisionismus in den 1940er Jahren

Kerstin Stubenvoll hat Neuere und Neueste Geschichte, Politikwissenschaft und Völkerrecht in Tübingen und Berlin studiert. Seit 2011 arbeitete sie als Museumspädagogin, wissenschaftliche Mitarbeiterin der DFG-Forschergruppe Actors of Cultural Globalization und als freie Mitarbeiterin in deutschen und französischen NS-Gedenkstätten. Sie ist Doktorandin am Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz.


Weitere Veranstaltungen zum Thema Holocaust/Shoah im Raum Berlin und Brandenburg finden Sie auf der Internetseite der Ständigen Konferenz der Leiter der NS-Orte im Berliner Raum.