Der historische Ort / Die Gedenkstätte

In der heutigen Gedenkstätte, einer ehemaligen Fabrikantenvilla aus dem Jahre 1915, die von 1941 bis 1945 als Gäste- und Tagungshaus der SS genutzt wurde, besprachen am 20. Januar 1942 fünfzehn hochrangige Vertreter der SS, der NSDAP und verschiedener Reichsministerien die Kooperation bei der geplanten Deportation und Ermordung der europäischen Juden.­

Die Gedenkstätte bietet neben Ausstellungen vielfältige pädagogische Möglichkeiten, sich mit der Geschichte der Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden, mit der Geschichte des Nationalsozialismus, mit der Vorgeschichte oder den Nachwirkungen zu befassen.

Die ständige Ausstellung "Die Wannsee-Konferenz und der Völkermord an den europäischen Juden" informiert über die Vorgeschichte der nationalsozialistischen Verfolgung der Juden, über ihre Ausgrenzung, Entrechtung und Vertreibung sowie über die Deportation, Ghettoisierung und Ermordung der europäischen Juden im gesamten deutschen Einflussbereich.­­


Bildungsangebote der Gedenkstätte

Dokumente zur Wannsee-Konferenz

Das Protokoll der Wannsee-Konferenz

Veranstaltungen

News-Blog der Gedenkstätte


 

Veranstaltung

 

Sonntag, 25. November 2018, 11 Uhr

Buchvorstellung

»Abgereist, ohne Angabe der Adresse/parti, sans laisser d’adresse« – mit diesem postamtlichen Klebezettel wurden zahlreiche Postsendungen versehen, ehe die Reichspost sie an ihre Absender außerhalb Deutschlands zurückschickte. In Wahrheit waren die meisten Adressaten nicht »abgereist«, sondern vertrieben oder ermordet worden, weil sie jüdisch waren. »Abgereist« wurde so zur Metapher für das Verschwinden der Jüdinnen und Juden aus Deutschland, bis der Klebezettel im Januar 1943 von der Gestapo verboten wurde, weil sich seine Bedeutung herumgesprochen hatte. Nicht nur die Inhalte von Postsendungen, sondern auch ihre äußeren Merkmale legen Zeugnis von individuellen Schicksalen und historischen Ereignissen ab. Als Dokumente der Alltagskultur verleihen sie ihnen eine neue Anschaulichkeit und erweitern die Kenntnisse um Personen und Zusammenhänge. In Zusammenarbeit mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, Archiven und Sammlerinnen und Sammlern in vielen Ländern hat der Autor über 300 postalische und ergänzende Dokumente zusammengetragen und verschiedenen Phasen und Aspekten von Terror und Verfolgung im Nationalsozialismus zugeordnet.

Heinz Wewer studierte Rechtswissenschaften, Geschichte und Politikwissenschaften. Er berichtete 1961 als Korrespondent vom Eichmann-Prozess, war wissenschaftlicher Mitarbeiter im Berlin Document Center und begründete verschiedene zivilgesellschaftliche Initiativen. Zuletzt war er in der Kultur- und Bildungsverwaltung Berlins tätig.

Begrüßung und Moderation: Dr. Hans-Christian Jasch

 

Im Anschluss an die Buchvorstellung wird die neue Online-Ausstellung „Digitale Foto-Ausstellung zum deutschen Überfall auf Polen 1939 – Aus dem Bestand Kurt Seeligers“ der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz vorgestellt. 

 


HINWEIS: Die Ausstellungsräume 9 ("Die Wannsee-Konferenz") und 10 ("Hausgeschichte") sind bis Ende 2018 wegen dringend notwendiger Sanierung/Restaurierung des denkmalgeschützten Parketts nicht zugänglich. Das Faksimile des Protokolls der Konferenz vom 20.01.1942 wird im Ausstellungsraum 8 gezeigt.
Wir bitten um Verständnis.