Fünftes Netzwerktreffen im Jüdischen Museum Berlin und dem Anne-Frank-Zentrum
Wie umgehen mit antisemitischen Darstellungen und Narrativen in Ausstellungen? Anhand dieser Frage diskutieren Teilnehmer*innen der Netzwerk-Veranstaltung am 17.November zunächst mit den Mitarbeiter*innen des Jüdischen Museum Berlin und anschließend im Anne-Frank-Zentrum.
Im Rahmen der Veranstaltung lernten wir die Dauerausstellungen der beiden Institutionen kennen, die mit unterschiedlichen Zugängen die Themen Antisemitismus und jüdische Lebenswelten aufgreifen. Der Fokus unseres Treffens lag darauf, kollegial über die Praxis antisemitismuskritischer Bildungsmethoden zu diskutieren.
Das Jüdische Museum Berlin versteht sich als Museum für deutsch-jüdische Geschichte von den Anfängen bis heute. Soweit möglich wird diese aus jüdischen Perspektiven erzählt. Während des kollegialen Austausches stellten Sarah Hiron, Adi Singer, Fabian Schnedler und Oliver Glatz aus der Bildungsabteilung den Umgang mit Antisemitismus in der Ausstellungserzählung anhand mehrerer Stationen, beginnend im Mittelalter, vor und berichteten von Herausforderungen in ihrer Vermittlungspraxis. Antisemitismus als gegenwartsbezogen und abgegrenzt ist explizites Thema des „Debattenraumes“, in der alle Teilnehmenden anhand von Videos und Abstimmungen zur Positionierung ermutigt werden.
Nach der Mittagspause waren wir zu Gast im Anne-Frank-Zentrum, dass sich insbesondere an Jugendliche richtet und Anne Franks Lebensgeschichte im Kontext der Geschichte des Nationalsozialismus und Holocaust erzählt. Die Ausstellung stellt einen expliziten Bezug zur Gegenwart her und thematisiert aktuelle Formen des Antisemitismus. Nach einer individuellen Begehung fand ein Austausch mit Verena Haug vom Bereich Ausstellungen des Anne-Frank-Zentrums statt.
Im Anschluss präsentierten Franziska Göpner und Duha Binici Qualitätsmerkmale antisemitismuskritischer Bildung, die vom Kompetenzzentrum für antisemitismuskritische Bildung und Forschung im Rahmen der Zusammenarbeit des Kompetenznetzwerks Antisemitismus entwickelt wurden. Nach einer individuellen Reflexion fand ein Austausch zu Herausforderungen in der eigenen pädagogischen Praxis statt. Hier formulierten Teilnehmer*innen einen hohen Bedarf, sich und die Mitarbeiter*innen ihrer Einrichtung zu schulen und zu überlegen, inwieweit antisemitismuskritische Methoden in der Vermittlung angewandt werden können. Diese Fragen werden wir in der Abschlussveranstaltung am 28.01. wieder aufgreifen.