UNSAFE SPACES

Ein Podcast über Antisemitismus an Bildungs- und Kulturorten

Verfügbar ab Donnerstag, 26. Februar 2026, an dieser Stelle und überall, wo es Podcasts gibt. 

Das Podcast Release Event im Club und Kulturzentrum ://about blank findet am 26. Februar 2026 um 18.30 Uhr statt (ausgebucht).

Berlin-Wannsee, 18. Februar 2026

Um gegenwärtigen Antisemitismus an Bildungs- und Kulturorten zu verstehen, haben sich unsere Direktorin Deborah Hartmann und unser wissenschaftlicher Mitarbeiter Dr. Jakob Müller mit fünf Orten auseinandergesetzt: Schule, Universität, Club, Theater und Film. Sie haben mit 16 Menschen gesprochen - über ihre Erfahrungen, ihre Beobachtung, Verantwortung und darüber, was getan werden kann.

Diskriminierungsbetroffene wie Joel Ben-Joseph, Shlomit Tripp, Alice Brauner, die Familie Michalski und das Club-Kollektiv ://about blank geben offene Einblicke in ihr Erleben sowohl vor als auch nach dem 7. Oktober 2023.

Expert*innen wie Friederike Lorenz-Sinai, Jakob Baier, Eva Marburg, Lea Wohl von Haselberg und Mehmet Can, helfen zu verstehen, wie Antisemitismus sich an den jeweiligen Orten äußert und welche Maßnahmen dagegen ergriffen werden können. 

Außerdem reagieren offizielle Stimmen, wie der Präsident der Freien Universität Berlin Günter M. Ziegler oder die Intendantin der Münchner Kammerspiele Barbara Mundel.

Alle fünf Episoden sind ab Donnerstag, 26. Februar 2026, auf allen gängigen Podcast-Plattformen sowie auf der Webseite der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz mit Transkripten verfügbar.


Impressum

“Unsafe Spaces” ist eine Produktion der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz und Studio Jot.

Für die Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz:

  • Redaktion und Recherche: Deborah Hartmann, Jakob Müller und Hauke Jacobs
  • Projektkoordination: Hauke Jacobs
  • Executive Producerin: Deborah Hartmann

Für Studio Jot:

  • Producer:innen: Philippa Halder und Florian Balmer
  • Executive Producer: Janis Gebhardt
  • Sound Design: Fanny Huder, Sufian Auda und Florian Balmer
  • Gemischt von: Fabian Klinke

Dieser Podcast wurde aus Mitteln des “Aktionsfonds zur Unterstützung von Projekten gegen Antisemitismus” der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, Berlin, ermöglicht.


 

Unsere Hosts

Porträt einer Frau mit langen, braunen Haaren, die lächelt und in einem modernen Raum steht. Sie trägt ein dunkles Oberteil und steht neben einem Tisch mit Blumen. Im Hintergrund sind verschwommene Kunstwerke sichtbar.
© Yoram Aschheim
Deborah Hartmann

Deborah Hartmann ist österreichisch-israelische Politikwissenschaftlerin und seit Dezember 2020 Direktorin unserer Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz. Seit vielen Jahren ist sie in der historisch-politischen Bildungsarbeit und der Gedenkstättenpädagogik tätig. Von 2007 bis 2020 war sie Mitarbeiterin der International School for Holocaust Studies Yad Vashem in Jerusalem und leitete dort ab 2015 die deutschsprachige Bildungsabteilung. Sie unterrichtete am Institut für Politikwissenschaft an der Universität Wien und lehrt zurzeit am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin. Ihre Publikationen zu Erinnerungskultur und Holocaust Education sind in verschiedenen Fachzeitschriften und Sammelbänden erschienen. 

Ein Mann mit mittellangen, dunklen Haaren und einem Bart trägt einen blauen Anzug mit einem weißen Hemd. Er hat eine modische Brille auf. Der Hintergrund ist grau, was den Fokus auf sein Gesicht und seine Kleidung lenkt.
© Tobias Blümel
Dr. Jakob Müller

Dr. Jakob Müller ist Historiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Bildung und Forschung in unserer Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz. Er moderierte bereits den englischsprachigen Podcast “Wannsee – Looking at the International Dimensions of the Holocaust”. Wissenschaftlich setzt er sich mit den Themen Nationalsozialismus, Besatzungsherrschaft und Nationalismus auseinander.


Folge 1: Schule

In Folge 1 richtet UNSAFE SPACES den Blick auf den Raum Schule: Ein dramatischer Fall zeigt, wie antisemitische Bedrohungen und Gewalt entstehen, wie Institutionen sie verkennen oder bagatellisieren – und was das für Betroffene und Familien bedeutet. Im Gespräch mit Wenzel Michalski sowie den Lehrkräften Mehmet Can (Campus Rütli, Berlin-Neukölln) und Philip Eberhard (Schiller-Gymnasium, Berlin-Charlottenburg) geht es um den Schulalltag vor und nach dem 7. Oktober 2023, um israelbezogenen Antisemitismus, um Unsicherheiten im Kollegium – und um konkrete Antworten: Intervention, Haltung, Meldewege, Fortbildung, geschützte Gesprächsräume.


Bildschirm mit dem Schriftzug "UNSAFE SPACES". Darunter steht: "Ein Podcast der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz über Antisemitismus in Bildungs- und Kulturorten." Das Veröffentlichungsdatum ist "ab 26.02.2026" und der Hinweis "Überall, wo es Podcasts gibt".
© GHWK / Studio Jot

Podcast UNSAFE SPACES, Folge 1: Schule

Wir freuen uns über Ihr Feedback zum Podcast!


Betroffene, Expert*innen und offizielle Stimmen in dieser Folge:

Wenzel Michalski ist Geschäftsführer des Freundeskreis Yad Vashem und Familienvater. Sein jüngster Sohn hat als Jugendlicher an einer Berliner Schule massiv Antisemitismus erfahren – hierzu gehörten sowohl verbale als auch körperliche Angriffe. Er berichtet über diese Erfahrungen und darüber, welche Auswirkungen sie auf seine Familie hatten.
© privat
Wenzel Michalski ist Geschäftsführer des Freundeskreis Yad Vashem und Familienvater. Sein jüngster Sohn hat als Jugendlicher an einer Berliner Schule massiv Antisemitismus erfahren – hierzu gehörten sowohl verbale als auch körperliche Angriffe. Er berichtet über diese Erfahrungen und darüber, welche Auswirkungen sie auf seine Familie hatten.
Mehmet Can ist Lehrer und Fachleiter für Gesellschaftswissenschaften an der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli in Berlin-Neukölln. Er studierte Geschichte und Sozialwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum. Als Referent ist er in der außerschulischen Bildungsarbeit im Bereich der antisemitismuskritischen Bildung tätig. Zudem unterstützt er als Schulberater für politische Bildung und Diversity Schulen insbesondere bei der antisemitismuskritischen Schulentwicklung. Zuletzt veröffentlichte er: "Mehr als 2 Seiten – Eine Reise nach Israel und die palästinensischen Gebiete."<br />
© privat
Mehmet Can ist Lehrer und Fachleiter für Gesellschaftswissenschaften an der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli in Berlin-Neukölln. Er studierte Geschichte und Sozialwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum. Als Referent ist er in der außerschulischen Bildungsarbeit im Bereich der antisemitismuskritischen Bildung tätig. Zudem unterstützt er als Schulberater für politische Bildung und Diversity Schulen insbesondere bei der antisemitismuskritischen Schulentwicklung. Zuletzt veröffentlichte er: "Mehr als 2 Seiten – Eine Reise nach Israel und die palästinensischen Gebiete."
Philip Eberhard ist Lehrer für Politik, Geschichte und Deutsch am Schiller-Gymnasium in Berlin-Charlottenburg sowie Fachbereichsleiter für die gesellschaftswissenschaftlichen Fächer. Zudem ist er zur Hälfte an die Freie Universität abgeordnet und am Arbeitsbereich Politikdidaktik als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig.
© privat
Philip Eberhard ist Lehrer für Politik, Geschichte und Deutsch am Schiller-Gymnasium in Berlin-Charlottenburg sowie Fachbereichsleiter für die gesellschaftswissenschaftlichen Fächer. Zudem ist er zur Hälfte an die Freie Universität abgeordnet und am Arbeitsbereich Politikdidaktik als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig.

“Und von Tag eins hat er sich unglaublich wohl da gefühlt. Und dann gab es im Unterricht die Frage von der Lehrerin: Was für Gotteshäuser kennt ihr denn? Ja, dann haben die alle gesagt Moschee und Kirche und Moschee und Kirche und Moschee und Moschee. Dann kam er dran und hat gesagt: Synagoge. Und da war alles ganz still und die Lehrerin hat ihn angestarrt, eine Weile, und dann hat sie gefragt: woher weißt du das denn, woher kennst du denn Synagogen, bist du etwa Jude? Und da hat er gesagt: Ja. Und das war das Ende seiner glücklichen Zeit dort.”

Wenzel Michalski, Podcast UNSAFE SPACES, Folge 1: Schule

Folge 2: Universität

Folge 2 von UNSAFE SPACES beleuchtet Antisemitismus an Berliner Universitäten vor und nach dem 7. Oktober 2023 – von Stickern und Schmierereien bis zu Einschüchterung und Gewalt. Im Mittelpunkt steht der Studierende Joel Ben-Joseph, der beschreibt, wie sich Unsichtbarkeit und Bedrohung im Uni-Alltag anfühlen – und wie Selbstermächtigung helfen kann. Die Antisemitismusforscherin Friederike Lorenz-Sinai ordnet die Dynamiken auf dem Campus ein. Außerdem spricht Günter M. Ziegler, Präsident der Freien Universität Berlin, über Verantwortung, Räumungen und Schutz jüdischer Studierender.

Eine Folge über Wissenschaftsfreiheit, institutionelle Grenzen – und darüber, was Hochschulen brauchen, damit der Hörsaal kein Unsafe Space ist.

Bildschirm mit dem Schriftzug "UNSAFE SPACES". Darunter steht: "Ein Podcast der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz über Antisemitismus in Bildungs- und Kulturorten." Das Veröffentlichungsdatum ist "ab 26.02.2026" und der Hinweis "Überall, wo es Podcasts gibt".
© GHWK / Studio Jot

Podcast UNSAFE SPACES, Folge 2: Universität

Wir freuen uns über Ihr Feedback zum Podcast!


Betroffene, Expert*innen und offizielle Stimmen in dieser Folge:

Joel Ben-Joseph studiert Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin mit dem Fokus auf Kritische Theorie und Antisemitismusforschung. Er arbeitet als studentische Hilfskraft von Prof. Dr. Liliana Ruth Feierstein am Lehrstuhl für Transkulturelle Geschichte des Judentums. Außerdem ist er Gründungsmitglied der Hochschulgruppe Tacheles, die sich gegen Antisemitismus einsetzt, sowie Redakteur und Autor des jüdischen Studierendenmagazins EDA. Für ihn hat sich der Unialltag seit dem 7. Oktober 2023 sehr verändert.
© privat
Joel Ben-Joseph studiert Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin mit dem Fokus auf Kritische Theorie und Antisemitismusforschung. Er arbeitet als studentische Hilfskraft von Prof. Dr. Liliana Ruth Feierstein am Lehrstuhl für Transkulturelle Geschichte des Judentums. Außerdem ist er Gründungsmitglied der Hochschulgruppe Tacheles, die sich gegen Antisemitismus einsetzt, sowie Redakteur und Autor des jüdischen Studierendenmagazins EDA. Für ihn hat sich der Unialltag seit dem 7. Oktober 2023 sehr verändert.
Prof. Dr. Friederike Lorenz-Sinai lehrt Methoden der Sozialen Arbeit und Sozialarbeitsforschung an der Fachhochschule Potsdam. Sie forscht seit vielen Jahren zu Antisemitismus in institutionellen Kontexten. Im März 2026 beginnt sie ihre Professur für Sozialwissenschaftliche Antisemitismusforschung am Institut für Rechtsextremisforschung (IRex) an der Universität Tübingen.
© Rosa Sadnik
Prof. Dr. Friederike Lorenz-Sinai lehrt Methoden der Sozialen Arbeit und Sozialarbeitsforschung an der Fachhochschule Potsdam. Sie forscht seit vielen Jahren zu Antisemitismus in institutionellen Kontexten. Im März 2026 beginnt sie ihre Professur für Sozialwissenschaftliche Antisemitismusforschung am Institut für Rechtsextremisforschung (IRex) an der Universität Tübingen.
Prof. Dr. Dr. h.c. Günter M. Ziegler ist Professor für Mathematik und seit 2018 Präsident der Freien Universität Berlin. Er steht an der Spitze einer Hochschule, die seit dem 7. Oktober 2023 mehrfach im Zentrum öffentlicher Debatten stand – wegen Demonstrationen, Besetzungen und der Frage, wo die Grenzen von Meinungsfreiheit liegen.
© David Ausserhofer
Prof. Dr. Dr. h.c. Günter M. Ziegler ist Professor für Mathematik und seit 2018 Präsident der Freien Universität Berlin. Er steht an der Spitze einer Hochschule, die seit dem 7. Oktober 2023 mehrfach im Zentrum öffentlicher Debatten stand – wegen Demonstrationen, Besetzungen und der Frage, wo die Grenzen von Meinungsfreiheit liegen.

“Was meine Erfahrung eben war, war, dass es eben gebraucht hat, dass es Leute gibt, die sich äußern, die laut werden und dass ich aber seitdem eben nicht mehr alleine damit bin, sondern seitdem ich was gesagt habe, seitdem ich mich eben positioniert habe und irgendwo, sag ich mal, jetzt ein bisschen plakativ die Fahne in die Luft gehoben habe und geschwenkt habe, habe ich auf einmal viele Leute um mich herum gefunden, die sich alleine dasselbe erstmal nicht getraut hätten.”

Joel Ben-Joseph, Podcast UNSAFE SPACES, Folge 2: Universität

“Hochschulen und Universitäten werden nach dem 7. Oktober zu Orten der politischen Mobilisierung, wo der politische Antisemitismus aktiviert wird, was ja auch von der Hamas und den anderen beteiligten Terrororganisationen und Terrornetzwerken so intendiert war.”

Friederike Lorenz-Sinai, Podcast UNSAFE SPACES, Folge 2: Universität

“Ich glaube, dass wir da vielleicht auch Warnung oder Signale nicht hinreichend gedeutet haben und wir waren am Ende dann überrascht, mit welcher Vehemenz da dann Dinge eben auch in unsere Universität hineingetragen wurden.”

Günter M. Ziegler, Podcast UNSAFE SPACES, Folge 2: Universität

Folge 3: Musik- und Clubkultur

Folge 3 von UNSAFE SPACES führt in die Club- und Musikkultur. Nora vom Club und Kulturzentrum ://about blank, Gastgeberin unseres Release Events am 26.02.26, berichtet über Anfeindungen, Drohungen und Boykottaufrufen; Dr. Jakob Baier ordnet ein, wie sich Antisemitismus in der Musik- und Clubszene äußert und warum er in Awareness-Konzepten häufig nicht vorkommt; Katja Lucker, Geschäftsführerin der Initiative Musik und Gründerin des Musicboard Berlin berichtet von Boykottaufrufen und wie in der Musikförderung auf Antisemitismus reagiert wird; Marcel Weber, Vorsitzender der Berliner Clubkommission, reagiert auf Kritik an dem Branchenverband und beschreibt den Aufbau von Awareness-Strukturen.

Betroffene, Expert*innen und offizielle Stimmen in dieser Folge:

Nora gehört zum Betreiber*innenkollektiv des Techno-Clubs und Kulturzentrums ://about blank am Berliner Ostkreuz. Seit der Gründung 2010 tritt der Club als linker, inklusiver und queerfeministischer Ort auf, mit einem antirassistischen und antifaschistischen Selbstverständnis. Dennoch ist es in der Vergangenheit und seit dem 7. Oktober 2023 vermehrt zu Anfeindungen, Angriffen und Boykottaufrufen gekommen.
Nora gehört zum Betreiber*innenkollektiv des Techno-Clubs und Kulturzentrums ://about blank am Berliner Ostkreuz. Seit der Gründung 2010 tritt der Club als linker, inklusiver und queerfeministischer Ort auf, mit einem antirassistischen und antifaschistischen Selbstverständnis. Dennoch ist es in der Vergangenheit und seit dem 7. Oktober 2023 vermehrt zu Anfeindungen, Angriffen und Boykottaufrufen gekommen.
Dr. Jakob Baier ist Sozialwis­senschaftler und forscht an der Universität Bielefeld zu den Themen An­ti­semitismus in der Kulturproduktion, Verschwörungsideologien in modernen Medien und Antisemitismus in Jugendmilieus.<br />
Im Frühjahr 2025 ist sein Buch über Antisemitismus im deutschen Gangsta-Rap erschienen.
© privat
Dr. Jakob Baier ist Sozialwis­senschaftler und forscht an der Universität Bielefeld zu den Themen An­ti­semitismus in der Kulturproduktion, Verschwörungsideologien in modernen Medien und Antisemitismus in Jugendmilieus.
Im Frühjahr 2025 ist sein Buch über Antisemitismus im deutschen Gangsta-Rap erschienen.
Katja Lucker ist Geschäftsführerin der Initiative Musik, der Bundesfördereinrichtung für Popularmusik und Jazz. 2013 gründete sie das Musicboard Berlin, welches unter anderem das Pop-Kultur Festival ausrichtet.
© Camille Blake
Katja Lucker ist Geschäftsführerin der Initiative Musik, der Bundesfördereinrichtung für Popularmusik und Jazz. 2013 gründete sie das Musicboard Berlin, welches unter anderem das Pop-Kultur Festival ausrichtet.
Marcel Weber ist Vorsitzender der Berliner Clubcommission, dem Netzwerk der Berliner Clubkultur. Er ist seit 25 Jahren im Clubleben aktiv und war 13 Jahre Geschäftsführer des queeren Clubs SchwuZ.
© Michael Geipel
Marcel Weber ist Vorsitzender der Berliner Clubcommission, dem Netzwerk der Berliner Clubkultur. Er ist seit 25 Jahren im Clubleben aktiv und war 13 Jahre Geschäftsführer des queeren Clubs SchwuZ.

“In den ersten Monaten nach dem 7. Oktober und auch dem Statement, was wir in den Tagen danach veröffentlicht haben, gab es eine Serie von Schmierereien, Fäkalienwürfen und anderer physischer Attacken gegen uns. Menschen, die im Blank arbeiten oder auflegen oder veranstalten, wurden, aufgrund dieser Hetzkampagnen und dieser Lügen, die auf Social Media auch verbreitet worden sind, massiv unter Druck gesetzt. Wir wurden als 'Zio-Nazis' oder als 'Faschisten' angefeindet. Es kam auch direkt vor Ort zu Bedrohungen und Beleidigungen von Mitarbeitenden. Wir finden im Club so etwas wie Aufkleber, da steht dann 'Killing Jews is not resistance' und dann ist das 'not' durchgestrichen. Sehr heftige Dinge.”

Nora vom Club- und Kulturzentrum ://about blank, Podcast UNSAFE SPACES, Folge 3: Musik- und Clubkultur

“Aber ich glaube, dass der Club und die Clubkultur häufig auch idealisiert oder verklärt werden, weil (…) der Club auch kein diskriminierungsfreier Raum ist. Menschen gehen nicht in den Club und legen ihre Sozialisation an der Club-Tür ab, sondern sie bringen Dinge mit, sie bringen Haltungen mit, sie bringen ihren Machismo mit, ihre Misogynie, ihren Rassismus und eben auch ihren Antisemitismus.”

Dr. Jakob Baier, Podcast UNSAFE SPACES, Folge 3: Musik- und Clubkultur

“Als 2017 die Boykotte anfingen, stand tatsächlich BDS als undurchsichtige Bewegung im Vordergrund und niemand von uns und aus dem Team wusste, was das ist. Wir kannten das einfach nicht. Wir wurden boykottiert, verleugnet, diskreditiert. Ich musste mir einen Anwalt nehmen.”

Katja Lucker, Podcast UNSAFE SPACES, Folge 3: Musik- und Clubkultur

“Ich glaube, wir haben Leerstellen entdeckt und wir haben Leerstellen weiterhin zu entdecken, wo wir uns natürlich mit auseinandersetzen sollten, zu gucken, was können wir als Verband, also als Netzwerk der Berliner Clubkultur tatsächlich tun, damit die reale Situation im Alltag besser wird.”

Marcel Weber, Podcast UNSAFE SPACES, Folge 3: Musik- und Clubkultur

Folge 4: Theater

Ab Do., 12.3.26: Folge 4 von UNSAFE SPACES schaut hinter die Kulissen des Theaters. Shlomit Tripp ist mit ihrem Mann zusammen das jüdische Puppentheater Bubales. Sie berichtet davon, wie der 7. Oktober 2023 ihre Arbeit verändert hat; Eva Marburg berichtet von den Leerstellen im Hinblick auf Antisemitismus an deutschen Theatern und wie sie mit dem Institut für Neue Soziale Plastik daran arbeitet diese zu füllen und jüdische Künstler*innen zu empowern; und Barbara Mundel berichtet als Intendantin der Münchner Kammerspiele, wie sich ihre Perspektive auf historischen und gegenwärtigen Antisemitismus in den letzten Jahren verändert hat.

Betroffene, Expert*innen und offizielle Stimmen in dieser Folge:

Shlomit Tripp ist Kunstpädagogin, Kinderbuch-Illustratorin, Autorin und Gründerin des Jüdischen Puppentheaters Bubales. In ihren Stücken vermittelt sie Kindern und Erwachsenen jüdische Kultur und Traditionen auf unterhaltsame und niedrigschwellige Weise.
© Gershom Tripp
Shlomit Tripp ist Kunstpädagogin, Kinderbuch-Illustratorin, Autorin und Gründerin des Jüdischen Puppentheaters Bubales. In ihren Stücken vermittelt sie Kindern und Erwachsenen jüdische Kultur und Traditionen auf unterhaltsame und niedrigschwellige Weise.
Eva Marburg studierte Literatur- und Theaterwissenschaften und ist als Kulturjournalistin (u.a. für die ARD, der Freitag) und als freie Dozentin tätig. Ihre Schwerpunkte liegen in antisemitismuskritischen Perspektiven in den Künsten, wie Theater, Film und Literatur. Seit 2025 ist sie Projektleiterin für das Institut für Neue Soziale Plastik in Berlin.
© privat
Eva Marburg studierte Literatur- und Theaterwissenschaften und ist als Kulturjournalistin (u.a. für die ARD, der Freitag) und als freie Dozentin tätig. Ihre Schwerpunkte liegen in antisemitismuskritischen Perspektiven in den Künsten, wie Theater, Film und Literatur. Seit 2025 ist sie Projektleiterin für das Institut für Neue Soziale Plastik in Berlin.
Barbara Mundel ist Intendantin der Münchner Kammerspiele. Als studierte Theaterwissenschaftlerin, Regisseurin und Dramaturgin hat sie sich in den vergangenen Jahren intensiv mit der Frage auseinandergesetzt, was getan werden muss, um als Theater eine antisemitismuskritische Haltung einzunehmen.
© Florian Peljak
Barbara Mundel ist Intendantin der Münchner Kammerspiele. Als studierte Theaterwissenschaftlerin, Regisseurin und Dramaturgin hat sie sich in den vergangenen Jahren intensiv mit der Frage auseinandergesetzt, was getan werden muss, um als Theater eine antisemitismuskritische Haltung einzunehmen.

“Ich habe ein neues Purimstück produziert. (...) Und diese Geschichte habe ich auf eine sehr humorvolle Weise auch praktisch neu verarbeitet. Aber in dem Stück geht es eben ganz besonders um das Verheimlichen der jüdischen Identität, was momentan für viele jüdische Kinder immer stärker wieder zum Alltag geworden ist. Und ich will auf der einen Seite jüdischen Kindern damit wieder etwas mehr Stärke und Hoffnung geben und auf der anderen Seite nicht-jüdischen Kindern und aber auch Erwachsenen ein bisschen vermitteln, wie sich das anfühlt.”

Shlomit Tripp, Podcast UNSAFE SPACES, Folge 4: Theater

Folge 5: Film

Ab Do., 19.3.26: Folge 5 von UNSAFE SPACES blickt auf die Welt des Films. Filmproduzentin Dr. Alice Brauner, Geschäftsführerin der CCC Filmkunst, berichtet von ihren Erfahrungen und denen ihres Vaters, des Filmproduzenten und Holocaustüberlebenden Artur Brauner; Prof. Dr. Lea Wohl von Haselberg lehrt an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf und leitet das Jüdische Filmfestival Berlin Brandenburg (JFBB). Sie hat u.a. einen antisemitismuskritischen Studiengang initiiert und berichtet über jüdische Perspektiven in der Filmbranche; Dr. Lars Henrik Gass war Leiter der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen und ist Gründungsdirektor des Stuttgart Moving Image Center. Nach dem Massaker der Hamas 2023 rief er zu einer Kundgebung für die Opfer auf und wurde in der Folge zur Zielscheibe einer antisemitischen Kampagne.

Betroffene, Expert*innen und offizielle Stimmen in dieser Folge:

Dr. Alice Brauner ist Filmproduzentin und Geschäftsführerin der CCC Filmkunst. Die Produktionsfirma wurde 1946 von ihrem Vater, dem Filmproduzenten Artur Brauner, gegründet. Zuvor war sie als Journalistin und Moderatorin tätig. Aktuell arbeitet sie an ihrem neuen Film Block 10, der im Herbst 2026 erscheinen soll.
© privat
Dr. Alice Brauner ist Filmproduzentin und Geschäftsführerin der CCC Filmkunst. Die Produktionsfirma wurde 1946 von ihrem Vater, dem Filmproduzenten Artur Brauner, gegründet. Zuvor war sie als Journalistin und Moderatorin tätig. Aktuell arbeitet sie an ihrem neuen Film Block 10, der im Herbst 2026 erscheinen soll.
Dr. Lea Wohl von Haselberg ist Professorin an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf. Sie ist Mitgründerin des Zentrums Jüdischer Film und Audiovisuelles Erinnern. Außerdem ist sie Programmdirektorin des Jüdischen Filmfestivals Berlin Brandenburg.
© privat
Dr. Lea Wohl von Haselberg ist Professorin an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf. Sie ist Mitgründerin des Zentrums Jüdischer Film und Audiovisuelles Erinnern. Außerdem ist sie Programmdirektorin des Jüdischen Filmfestivals Berlin Brandenburg.
Dr. Lars Henrik Gass ist Autor, Filmhistoriker und -kurator. Fast drei Jahrzehnte lang leitete er die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen. Seit Februar 2025 ist er Gründungsdirektor des in Planung befindlichen Stuttgart Moving Image Center (ehemals Haus für Film und Medien Stuttgart).
© Nikolai Wolff
Dr. Lars Henrik Gass ist Autor, Filmhistoriker und -kurator. Fast drei Jahrzehnte lang leitete er die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen. Seit Februar 2025 ist er Gründungsdirektor des in Planung befindlichen Stuttgart Moving Image Center (ehemals Haus für Film und Medien Stuttgart).

“Für uns als jüdisches Filmfestival hat das natürlich viele... - also es hat uns natürlich total erschüttert. Wir haben danach das erste Mal ein Festival mit Sicherheit gemacht. Wir hatten natürlich immer Polizeischutz bei der Eröffnung, wo viel politische Prominenz da ist. (...) Und ansonsten waren wir bei unseren ganz regulären Screenings immer ein offenes Haus, ohne Sicherheitsvorkehrungen größerer Art. Und das hat sich geändert. Das ist vielleicht die größte Veränderung.”

Lea Wohl von Haselberg, Podcast UNSAFE SPACES, Folge 4: Film

“Ich habe natürlich meine Lehren gezogen aus diesen Erfahrungen. Und ich glaube, auch hier gilt, dass man solchen Kräften kein Forum verschaffen darf. Das hat nichts damit zu tun, Meinungsfreiheit nicht zu achten. Für mich ist Antisemitismus keine Meinung, sondern eine Ideologie, die kein Forum erhalten darf. Da bin ich auch sehr konsequent, muss ich wirklich sagen. Da gibt es überhaupt nichts zu diskutieren.”

Lars Henrik Gass, Podcast UNSAFE SPACES, Folge 4: Film