With Your Own Voice - Perspectives on Holocaust Education and Jewish Empowerment

Berlin-Wannsee, 1. Oktober, 2025

Bis Ende 2026 arbeitet die Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz intensiv mit jüdischen Schulen in Deutschland zusammen. Gemeinsam mit Lehrkräften, Erzieher*innen, Schüler*innen und weiterem schulischen Personal sollen neue Konzepte und Materialien für die Auseinandersetzung mit Nationalsozialismus, Shoah, jüdischer Identität und gegenwärtigem Antisemitismus entwickelt werden.   

Zum Auftakt werden Gruppengespräche und Einzelinterviews geführt, um Erfahrungen, Bedarfe und Perspektiven der Beteiligten kennenzulernen, wahrzunehmen und in neu entwickelte Ansätze und Materialien zu integrieren. 

Andrea Schnelzauer, Projektkoordinatorin in der Abteilung Bildung und Forschung:  

„Oft werden Projekte entwickelt, ohne vorher mit der Zielgruppe ins Gespräch zu kommen. Uns interessiert, welche Erfahrungen Schüler*innen und Lehrkräfte bereits gemacht haben. Welche Bedarfe und Wünsche gibt es bei Schüler*innen und Lehrkräften jüdischer Schulen? Welche Fragen stellen sie an das Lernen über Nationalsozialismus, Shoah und Antisemitismus in der schulischen und außerschulischen Bildung?“  

Im Herbst starten Einzel- und Gruppeninterviews an drei jüdischen Bildungseinrichtungen in Deutschland. Die Gesprächspartner*innen werden derzeit angefragt.  

„Auf dieser Grundlage wollen wir im Frühjahr 2026 gemeinsam Lernmaterialien und Module entwickeln”, so Andrea Schnelzauer weiter. „Sie sollen im Sommer 2026 veröffentlicht werden und im Unterricht an den Schulen, aber auch an außerschulischen Lernorten wie dem Haus der Wannsee-Konferenz zum Einsatz kommen” 

In den letzten Jahren hat die Gedenk- und Bildungsstätte intensiv zu den Herausforderungen des aktuellen Antisemitismus gearbeitet und zudem verstärkt jüdische Perspektiven in die Bildungsarbeit einbezogen. Direktorin Deborah Hartmann sagt: 

„In diesem Prozess haben wir festgestellt, dass sich jüdische Schüler*innen und Lehrkräfte an Gedenkstätten oft nicht wohlfühlen und ihre Bedarfe nicht ausreichend berücksichtigt werden. Das Projekt ‚With Your Own Voice‘ hat sich auch aus diesen Erfahrungen heraus entwickelt: Wir müssen uns stärker mit den Bedarfen und Perspektiven jüdischer Bildungsinstitutionen auseinandersetzen.“ 

Das Projekt wird von der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz koordiniert und durchgeführt und von The Conference on Jewish Material Claims Against Germany (Claims Conference) gefördert, unterstützt vom Bundesministerium der Finanzen (BMF). Die wissenschaftliche Begleitung übernimmt Dr. Sandra Anusiewicz-Baer, die sich als Bildungsforscherin intensiv mit jüdischer Identitätsbildung im schulischen Kontext beschäftigt. 

Aya Zarfati, Leiterin der Abteilung Bildung und Forschung: 

 „Zunächst geht es ums Zuhören und darum, Beteiligung zu ermöglichen. Langfristig  wollen wir ein dauerhaftes Netzwerk für jüdische und nicht-jüdische Pädagog*innen an  jüdischen Schulen schaffen, um den Austausch über jüdische Identität sowie den  Umgang mit den Themen NS, Shoah und Antisemitismus in einem geschützten Rahmen  zu stärken.” 

Das Bild zeigt einen einfarbigen, hellblauen Hintergrund ohne weitere Details oder Elemente.

Eike Stegen

Abteilung Kommunikation und Öffentlichkeit / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit