Gewalt als Bild: Erinnerung an Alex Dancyg
Unser langjähriger Bildungs-Partner, Tobias Ebbrecht-Hartmann, Professor der Hebrew University Jerusalem, erinnert im Vorwort seines gerade erschienenen Buches "Gewalt als Bild. Die Bilder des 7. Oktober im Spiegel der visuellen Erinnerung an die Shoah" an den Yad-Vashem-Kollegen Alex Dancyg, der als Hamas-Geisel im März 2024 ermordet wurde.
"Mein besonderer Dank gilt Yuval Dancyg und seiner Frau Bat-El. Yuval hat uns im April 2025 in den Kibbuz Nir Oz mitgenommen, in dem am 7. Oktober seine Mutter mit ihren Enkeln in einem Schutzraum ausharren musste, während Hamasterroristen in ihre Wohnung eindrangen. Von hier wurde sein Onkel entführt und später ermordet. Auch sein Vater, Alex Dancyg, wurde von der Hamas aus Nir Oz in den Gazastreifen entführt.
Ich habe Alex ein oder zwei Mal in der Gedenkstätte Yad Vashem gesehen. Er war 1957 aus Polen nach Israel gekommen und eine inspirierende Persönlichkeit im Feld der Vermittlung der Shoah in Israel und insbesondere der polnisch-israelischen Beziehungen.
Als wir in Nir Oz sein Haus betraten, sah alles noch so aus, wie es am Tag des Angriffs der Hamas gewesen war. Unter unseren Füßen knirschten die Scherben der zerbrochenen Fensterscheiben. Auf dem Wohnzimmertisch stapelten sich einige Bücher. Darunter erblickte ich auch den Bildband Auschwitz. After Liberation, der zehn Jahre zuvor, zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers, erschienen war.
Alex wurde am 9. März 2024 im Alter von 75 Jahren in Khan Junis ermordet.
Auch wenn ich ihn nur flüchtig gekannt habe, ist dieses Buch ihm und allen Betroffenen der Gewalt vom 7. Oktober 2023 gewidmet.
[…] Ich möchte mit diesem Buch dazu beitragen, dass ein dem Grauen Standhalten im Bilde in Zukunft nicht mehr notwendig sein muss und dass der Krieg in Israel und Gaza endlich ein Ende findet und die Geiseln freigelassen werden.
#BringThem HomeNow
Berlin/Jerusalem, August 2025"