Rachel Auerbach

Rachel Auerbach (1903–1976) etabliert Überlebendenberichte als elementaren Bestandteil der Holocaustforschung.

Schwarz-weiß Porträt einer Frau mit kurz geschnittenem Haar, die ernst in die Kamera blickt. Sie trägt ein Hemd mit Kragen. Am Rand sind Stempel und Schriftzüge zu sehen, die möglicherweise auf eine Verbindung zu einer Fabrik hinweisen.
© Yad Vashem Photo Archive, Jerusalem. 3384/10
Auerbachs gefälschte Kennkarte, mit der sie 1943 aus dem Warschauer Ghetto fliehen kann.

Sie wird im galizischen Łanowce geboren und studiert in den 1920er-Jahren in Lwów Philosophie und Psychologie. Anschließend lebt sie als Journalistin in Warschau. Im dortigen – 1940 errichteten – Ghetto leitet sie eine Suppenküche und arbeitet für Emanuel Ringelblums Untergrundarchiv Oyneg Shabes (Freude am Sabbat). 1943 gelingt ihr die Flucht, und sie kann im Versteck überleben

Das Bild zeigt das Cover eines Publikationshefts mit dem Titel in hebräischer Schrift, umgeben von einem grafischen Hintergrund in Schwarz. Unten steht das Jahr 1947 und der Ort der Veröffentlichung. Die Schriftart ist groß und auffällig, die Gesamtgestaltung wirkt informativ und einladend.
© Wiener Library Collections
Die Erstausgabe von "Auf den Feldern von Treblinka" von Rachel Auerbach, 1947.

Nach Kriegsende führt Auerbach die Arbeit des Ringelblum-Archivs in der Zentralen Jüdischen Historischen Kommission in Polen fort. Sie sorgt dafür, dass nach kurzer Zeit Teile des versteckten Archivs gefunden werden.

1947 veröffentlicht sie Oyf di Felder fun Treblinke (Auf den Feldern von Treblinka), einen umfassenden Bericht über dieses Vernichtungslager

Porträt einer Frau mit mittellangen, lockigen Haaren und einem ernsten Ausdruck. Sie trägt ein dunkles Jackett und einen gemusterten Schal. Der Hintergrund ist dunkel, was den Fokus auf ihr Gesicht lenkt.
© Yad Vashem Photo Archive, Jerusalem. 3384/91
Rachel Auerbach, Ort und Datum unbekannt

Auerbach emigriert 1950 nach Israel und leitet wenig später die Abteilung für Zeitzeugenberichte von Yad Vashem. Sie kämpft unermüdlich darum, den Überlebenserfahrungen der Opfer einen Platz in der Geschichte des Holocaust zu sichern. Dies ist für sie eine selbstverständliche Pflicht und Folge des eigenen Überlebens sowie der Verantwortung gegenüber den Ermordeten. 1960 und 1961 unterstützt sie maßgeblich den Prozess gegen Adolf Eichmann in Jerusalem und sagt selbst vor Gericht aus.

“Soll endlich bei allen Menschen in allen Ländern das volle Bewusstsein aufgehen, zu was Faschismus, Totalitarismus, Gleichgültigkeit, politische Indifferenz und die Trägheit der Massen führen ... zu was die Wiederherstellung deutscher Stärke führen kann!”

Rachel Auerbach
Eine Frau steht an einem Mikrofon und spricht. Sie trägt einen hellen Anzug und sieht konzentriert aus. In der Nähe liegen Bücher auf einem Tisch. Der Hintergrund ist unscharf, aber deutet auf eine formelle Umgebung hin.
© The Ghetto Fighters’ House Museum, Israel/The Photo Archive
Rachel Auerbach bei ihrer Aussage im Prozess gegen Adolf Eichmann, Jerusalem, 1961.