Gurs 1940 - Ausstellungseröffnung in Mannheim
Die Deportation und Ermordung von südwestdeutschen Jüdinnen und Juden
MARCHIVUM, Mannheim, bis 9. November 2025
Am 22. und 23. Oktober 1940 wurden mehr als 6.500 Jüdinnen und Juden aus Baden und der Saarpfalz in den unbesetzten Teil Frankreichs deportiert. Dies war eine der ersten organisierten Verschleppungen von jüdischen Deutschen aus ihrer Heimat, initiiert von den regionalen nationalsozialistischen Verantwortlichen, den Gauleitern. Ein Jahr später begannen die systematischen Deportationen aus dem gesamten Deutschen Reich in den Osten. Die französischen Behörden leiteten die Transporte in das Lager Gurs, am Fuße der Pyrenäen, im Herzen des heutigen Departements Pyrénées-Atlantiques. Einigen der Deportierten gelang von dort die Flucht, mehr als Tausend starben in den kommenden Jahren aufgrund der katastrophalen Lebensbedingungen. Zwischen 1942 und 1944 organisierten SS und Polizei die Deportation der Internierten nach Auschwitz-Birkenau und Sobibor, wo fast alle ermordet wurden.
An diese Verbrechen und ihre Nachgeschichte erinnert die Ausstellung. Sie bettet regionale Geschichte in deutsche, französische und europäische Abläufe ein und nimmt Betroffene, aber auch Täter*innen, Umstehende und Nutznießende in Deutschland und Frankreich aus verschiedenen Perspektiven in den Blick. Sie erzählt, wie dieser Verbrechen gedacht wurde und wird.
Die Ausstellung der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz ist in Kooperation mit vielen Partner*innen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Frankreich sowie dem Auswärtigen Amt entstanden. Sie wird erstmals in Mannheim gezeigt und ergänzt für einige Wochen die Dauerausstellung “Was hat das mit mir zu tun?” sowie den Ausstellungsraum, der dort der Deportation der Mannheimer Jüdinnen und Juden gewidmet ist.
- Wo?
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MARCHIVUM, Archivplatz 1
(Dammstraße/Ecke Bürgermeister-Fuchs-Straße)
68169 Mannheim - Wann?
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Eröffnung am Mittwoch, 10. September 2025, 18 Uhr, mit Dr. Christoph Kreutzmüller. Laufzeit der Ausstellung: bis 9. November 2025.
Öffnungszeiten der Ausstellung: Di., Do.-So. 10-18 Uhr; Mi. 10-20 Uhr