WEBVTT

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Die Geschichte der Wannsee-Villa,
in der am 20.1.1942 die Wannsee-Konferenz

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00:00:20.003 --> 00:00:27.160
stattfand, reicht über 100 Jahre zurück.

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00:00:27.911 --> 00:00:34.000
Der Eingang des Hauses sieht auch
heute noch so aus wie auf diesem Foto.

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00:00:35.135 --> 00:00:48.615
Das kurz nach der Fertigstellung der Villa
um 1914/15 aufgenommene Foto

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00:00:49.416 --> 00:01:00.110
zeigt den Bauherrn und Fabrikanten
Ernst Marlier mit seiner Frau.

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00:01:01.561 --> 00:01:09.436
Die Phase der privaten Nutzung
des Hauses endete im Jahre 1940.

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00:01:10.470 --> 00:01:17.393
Damals verkaufte der Folgebesitzer
Friedrich Minoux

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00:01:17.393 --> 00:01:22.899
das Anwesen an
die Stiftung Nordhav.

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00:01:23.633 --> 00:01:37.113
Der Stiftung gehörten Immobilien, die der
Erholung von SS- und Polizeiangehörigen dienten.

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00:01:37.730 --> 00:01:46.289
Die Villa wurde mit dem Hinweis auf attraktive
„Geselligkeitsräume“

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00:01:46.289 --> 00:01:52.295
als neues SS-Gästehaus beworben.

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00:01:55.215 --> 00:02:01.237
Am 20. Januar 1942 fand
hier die Wannsee-Konferenz statt.

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00:02:02.071 --> 00:02:12.582
Nach 1945 änderte sich
die Nutzung mehrfach.

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00:02:13.466 --> 00:02:17.987
Unmittelbar nach dem Ende des 2. Weltkriegs
waren hier nacheinander

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00:02:17.987 --> 00:02:27.363
sowjetische und US-amerikanische
Soldaten untergebracht.

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00:02:28.515 --> 00:02:35.905
Kurz darauf fungierte die Villa als
Bildungsstätte des SPD-nahen

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00:02:35.905 --> 00:02:42.095
August-Bebel-Instituts.

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00:02:43.546 --> 00:02:55.708
Ab 1952 wurde das Grundstück durch
den Berliner Bezirk Neukölln gepachtet.

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00:02:56.492 --> 00:03:05.018
Über dreieinhalb Jahrzehnte wurde
hier ein Schullandheim betrieben.

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00:03:06.252 --> 00:03:20.066
Kinder aus dem Westberliner Arbeiterbezirk
Neukölln kamen zur Erholung

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00:03:20.066 --> 00:03:24.687
in das Anwesen am Wannsee, spielten Fußball,
kochten, sangen und schliefen hier.

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00:03:27.290 --> 00:03:38.968
Bereits in den 1960er-Jahren kämpfte
eine Initiative um Joseph Wulf

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00:03:38.968 --> 00:03:49.379
für ein „Internationales Dokumentationszentrum“
am historischen Ort der Wannsee-Konferenz.

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00:03:50.163 --> 00:03:56.986
Wulf war jüdischer Widerstandskämpfer,
Überlebender des Konzentrations-

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00:03:56.986 --> 00:04:05.561
und Vernichtungslagers
Auschwitz und Historiker.

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00:04:06.663 --> 00:04:13.186
Doch erst in den 1980er-Jahren begannen
gesellschaftlich tragfähige Diskussionen

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00:04:13.186 --> 00:04:20.843
darum, ob das Haus zu einem
Erinnerungsort werden soll.

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00:04:21.644 --> 00:04:27.784
Schließlich wurde die Villa restauriert
und zur Gedenkstätte umgebaut.

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00:04:28.685 --> 00:04:35.241
Seit 1992 ist das Haus
Gedenk- und Bildungsstätte.

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00:04:36.125 --> 00:04:45.201
Sie thematisiert, wie Verwaltung und Behörden
an der Ermordung der europäischen

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00:04:45.201 --> 00:04:47.937
Jüdinnen und Juden beteiligt waren.

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00:04:48.871 --> 00:04:59.782
Hier geht es um Verantwortung, Erinnerung,
verbrecherische Verwaltung und Antisemitismus.

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00:05:02.302 --> 00:05:10.276
Die wechselvolle Geschichte des Hauses
zeigt, wie sich Erinnerung verändert.

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00:05:11.427 --> 00:05:20.987
So wurde in der Nachkriegszeit lange
geschwiegen und erst Jahrzehnte später

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00:05:20.987 --> 00:05:26.693
begannen Forschung und
öffentliche Auseinandersetzung.

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00:05:27.794 --> 00:05:30.613
Heute sind die Erinnerung,
Forschung und

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00:05:30.613 --> 00:05:40.707
das Gedenken staatlich gefördert
und institutionalisiert.

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00:05:41.407 --> 00:05:46.462
Wenn Sie mehr erfahren möchten,
schauen Sie gern in die Rubrik

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00:05:46.462 --> 00:05:53.119
„Hausgeschichte“ im
Menüpunkt „Über das Haus“.
