Projekte

• Das Innenressort im Nationalsozialismus und nach 1949

• Das Reichsjustizministerium und seine Rolle im "Dritten Reich"

• The RETHINK project (Remembrance Education for THINKing critically)

• „Wir konnten nirgendwo hin. Jüdische Flüchtlinge 1938-39"

• Digitalisierung und Präsentation eines Bildbestandes zum deutschen Überfall auf Polen 1939

• Wanderausstellung "70 Jahre Genozidkonvention"


Das Innenressort im Nationalsozialismus und nach 1949

Fortbildungsveranstaltung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesministerium des Innern: Das Innenressort im Nationalsozialismus und nach 1949
- Kontinuitäten, Brüche, Neuanfänge

Gemeinsam mit dem Bundesministerium des Innern für Bau und Heimat führt die Gedenk und Bildungsstätte Haus- der Wannsee-Konferenz eine Serie von Fortbildungsveranstaltungen durch.
Diese Fortbildungsveranstaltung komplementiert das im Jahre 2014 angelaufene Forschungsprojekt zur „Aufarbeitung der Nachkriegsgeschichte beider deutscher Innenministerien“, welches die Nachkriegskontinuitäten zur NS-Zeit im Bundesministerium des Innern und im Ministerium des Innern der DDR untersucht.
Hierzu erschien am 19. Juni 2018 im Verlag Wallstein eine Überblicksstudie einer Forschergruppe beim Institut für Zeitgeschichte Berlin/München und beim Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam unter dem Titel „Die Hüter der Ordnung“, die am selben Tage im Bundesinnenministerium vorgestellt wurde: Meldung Ministerium 19.06.2018.

Unser Fortbildungsangebot soll Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bundesinnenministeriums die Gelegenheit geben, sich am historischen Ort der Wannsee-Konferenz mit der Geschichte des Innenressorts auf Reichs- und Bundesebene vertraut zu machen und über zentrale berufsgeschichtliche Fragen zu diskutieren:

  • Wie reibungslos war der Übergang des Reichsministeriums des Innern (RMdI) von der Demokratie in die Diktatur?
  • Welche Weichenstellungen führten zur Aushöhlung des Weimarer Verfassungs- und Rechtsstaates und zum Aufbau eines diktatorischen Unrechtsstaates?
  • Wie gestaltete sich die Verdrängung jüdischer und demokratischer Ministerialbeamter? Welche Rolle spielte das RMI in diesem Prozess?
  • Welche Rolle spielten Ministerialbeamte des RMdI bei der Definition, Entrechtung und Verfolgung der Juden im Deutschen Reich und dessen Machtbereich sowie schließlich bei der Planung, Organisation und Durchführung des Völkermordes an den europäischen Juden?
  • Welche Handlungsoptionen für Mitarbeiter des RMdI existierten innerhalb des NS-Regimes?
  • Welche mentalen Einstellungen und welches Berufsverständnis hatten die Mitarbeiter des RMdI?
  • Wie sah die Sozialisation der Ministerialbeamten (des RMdI bzw. des BMI) vor, während und nach der NS-Zeit aus? Welches waren die prägenden Erfahrungen und Diskurse für diese Generation?
  • Welche personellen und sachlichen Kontinuitäten existierten und wie haben sich diese auf den Aufbau eines demokratischen Rechtsstaates in der Bundesrepublik ausgewirkt?
  • Welche Entwicklungen lassen sich zeitgleich im Ministerium des Innern der DDR ausmachen?

Das Programm umfasst neben einem historischen Überblicksvortrag – „Vom RMdI zum BMI 1919 – 1989“ - eine Führung durch die Ausstellung und gibt den Teilnehmerinnen und Teilnehmern am Nachmittag die Gelegenheit, sich anhand von Quellenmaterial und Biographien ehemaliger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Innenressorts mit der Innenverwaltung vor und nach 1945 zu befassen und hierbei Kontinuitäten oder Neuanfänge in Ost und West in den Blick zu nehmen.
Die Veranstaltung wird von Herrn Christopher Scheel und mir durchgeführt und stützt sich u.a. auf Ergebnisse der o.g. Studie und Quellenfunde der Forscherinnen und Forscher.

Dr. Hans-Christian Jasch


Das Reichsjustizministerium und seine Rolle im "Dritten Reich"

Seit Herbst 2016 führt die Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz mit dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz gemeinsam eine Fortbildungsreihe für Angehörige des Ministeriums zu den Konsequenzen aus der Beteiligung der damaligen Ministerialverwaltung am NS-Unrecht und dessen mangelhafter Aufarbeitung in der jungen Bundesrepublik durch.

Prof. Manfred Görtemaker vor einer „Zeitleiste“ beim Seminartag im Haus der Wannsee-Konferenz)


Die zweitägige Veranstaltung bietet die Möglichkeit, sich vertieft mit den Erkenntnissen aus dem Rosenburg Projekt auseinander zu setzen und wirft ein Schlaglicht auf das Reichsjustizministerium und dessen Rolle im "Dritten Reich".

Anhand historischer juristischer Dokumente sowie Biographien ausgewählter Juristen können sich die Teilnehmerinnen und
Teilnehmer mit der Beteiligung des Reichsjustizministeriums an den NS-Verbrechen befassen und sich die hieraus ergebenden Folgerungen für die Gegenwart vor Augen führen. In diesem Jahr besteht im Rahmen des nächsten Seminars am 14.-15. Juni 2018 darüber hinaus - erstmals - die Möglichkeit, sich auch mit der Rolle der Rechtswissenschaft bei der Legitimierung des NS-Staates zu beschäftigen (am Beispiel der Biografie von Theodor Maunz).

Am ersten Seminartag ist ein Besuch des Gedenkortes Papestraße (ehemaliges SA-Gefängnis) sowie eine Führung durch das Dokumentationszentrum Topographie des Terrors geplant. In der Papestraße werden der frühe Terror gegen NS-Regimegegner und dessen Institutionalisierung als Mechanismus der Machterlangung und -sicherung behandelt. Die Topographie des Terrors bietet einen Überblick die sog. Gegnerbekämpfung im NS-Staat. Der zweite Seminartag wird wie gewohnt in den Räumlichkeiten der Gedenkstätte "Haus der Wannsee-Konferenz" stattfinden.


RETHINK - Co-funded by the Erasmus+ Programme of the European Union

Improving pupils’ critical thinking skills in order to make them future active, tolerant and involved citizens is the aim of the project RETHINK – a three-year endeavour which will end in November 2020 and in which we participate as a partner organisation.

RETHINK will collect remembrance education programmes which use the Holocaust, alongside other instances of mass violence, to make students reflect on the construction and consequences of prejudices and conspiracy theory. Effective practices all across Europe will be observed, analysed and adjusted, in order to make them available not just in the work of non-formal education, but also for teachers throughout Europe. RETHINK will create an online platform on which such practices will be available, but which will also serve as the starting point for the creation of a new network for memorials, relevant NGOs and other memory initiatives who wish to develop new programmes together.

  • http://blog.ghwk.de/rethink-remembrance-education/

  • https://rethink-education.eu/


„Wir konnten nirgendwo hin. Jüdische Flüchtlinge 1938-39“

Das Projekt „Wir konnten nirgendwo hin. Jüdische Flüchtlinge 1938-39“ bietet Bildungsmaterialien zum Thema Flucht. Ausgehend von der Situation der deutschen und österreichischen Juden 1938-39 zielt das Projekt auf die Reflexion der Situation von gegenwärtigen Flüchtlingen und Fluchtprozessen.

Das Material besteht aus drei ausführlichen historischen Modulen (Evian Konferenz, Kindertransport und St. Louis) sowie einer Übung, die vor oder nach den Modulen genutzt werden kann. Die Übung soll zur Reflexion von individuellen Gedanken und Positionen zum Thema Flucht anregen und eine Verknüpfung zwischen Gegenwart und Vergangenheit fördern.

Die Materialien wurden in Kooperation von Pädagoginnen und Pädagogen der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz, Berlin und dem Massuah Institute for Holocaust Studies in Israel erarbeitet und durch die Stiftung EVZ (Erinnerung, Verantwortung, Zukunft) gefördert.

  • Website: "Wir konnten nirgendwo hin"


Digitalisierung und Präsentation eines Bildbestandes zum deutschen Überfall auf Polen 1939

Online-Ausstellung zum deutschen Überfall auf Polen

   Die Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz erarbeitet momentan mit Unterstützung des DIGIS eine Online-Ausstellung zum deutschen Überfall auf Polen. Sie basiert auf einem Konvolut von 97 Fotografien, die von dem Wehrmachtsangehörige Kurt Seeliger von September bis Oktober 1939 als Mitglied der motorisierten Beobachtungs-Abteilung 13 aufgenommen wurden. Der Bestand wurde dem Haus der Wannsee-Konferenz vom Enkel Kurt Seeligers überlassen.

   Auf den Fotografien sind der Alltag der Soldaten und durch den Krieg zerstörte polnische Ortschaften ebenso zu sehen, wie Repressalien gegen die örtliche zivile Bevölkerung, der Zwangsarbeitseinsatz von Juden und die durch den Krieg ausgelösten Fluchtbewegungen. Die Bilder sind auf der Rückseite mit handschriftlichen Kommentaren des Fotografen versehen, was eine genaue Einordnung in den Kriegsverlauf erlaubt.

   Das Material wurde digitalisiert und soll zum Jahrestag des Kriegsbeginns in einer interaktiven Online-Ausstellung in deutscher, englischer und polnischer Sprache der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Das Projekt wird durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin und das Forschungs- und Kompetenzzentrum Digitalisierung Berlin (digiS) gefördert.


70 Jahre Genozidkonvention und die Pioniere der frühen Holocaust- und Genozidforschung

Gemeinsam mit Studentinnen und Studenten vom Touro College, Berlin, der Wiener Library in London und mit großzügiger Förderung durch das Auswärtige Amt erarbeitet die Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz derzeit eine Ausstellung zu den Pionierinnen und Pionieren der frühen Dokumentation, Erforschung und schließlich strafrechtlichen Verfolgung der Holocaustverbrechen in den 1940er Jahren.

Die Ausstellung soll anlässlich des 70 Jahrestages der Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes (Convention on the Prevention and Punishment of the Crime of Genocide, CPPCG) in Berlin, London, New York und Den Haag gezeigt werden.

weiterlesen ...