Veranstaltungen


Sonntag, 13. Oktober 2019, 11-14 Uhr: Filmvorführung und Gespräch - »Der Clown«. Ein Dokumentarfilm von Eric Friedler

Anschließend: Wolfgang Jacobsen im Gespräch mit dem Regisseur Eric Friedler

1972 inszenierte der US-amerikanische Komiker Jerry Lewis einen Film über einen im KZ inhaftierten Clown – er hatte Hitler parodiert. Im Lager unterhält er mit seiner Kunst eine Gruppe von Kindern. Zur Strafe soll er sie in die Gaskammer führen, entschließt sich aber stattdessen, mit ihnen in den Tod zu gehen.

»The Day The Clown Cried« wurde niemals aufgeführt und gilt als verschollen. Legenden ranken sich um die Entstehung und die Gründe für sein Verschwinden – denn Jerry Lewis selbst schwieg lange beharrlich dazu. Gemeinsam mit den letzten sechs noch lebenden Schauspielern und zahlreichen Teammitgliedern, die damals an der Produktion beteiligt waren, machte sich Eric Friedler auf die Suche nach Erklärungen. Um diesen Mythos der Filmgeschichte aufzudecken, sprach er dabei auch mit Jerry Lewis über diesen Film, der sein schwierigster und persönlichster war.

Eric Friedler ist Journalist und Regisseur und wurde für seine Dokumentationen vielfach ausgezeichnet. Zuletzt erschien »It Must Schwing – The Blue Note Story« über das berühmte New Yorker Jazz-Label zweier deutsch-jüdischer Exilanten.

Wolfgang Jacobsen leitete viele Jahre die Abteilung Forschung und Publikation bei der Deutschen Kinemathek und war als sachverständiger Berater ebenfalls an »Der Clown« beteiligt.

 

Veranstaltungsort: Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz, Am Großen Wannsee 56-58, 14109 Berlin

Eintritt frei - um Anmeldung wird gebeten unter veranstaltungen@ghwk.de


Sonntag, 17. November 2019, 11-13 Uhr: Lesung und Gespräch - Imo Moszkowicz: Der grauende Morgen. Sprecher: Kaspar Nürnberg

Anschließend: Rolf Aurich (Deutsche Kinemathek) und Dr. Ruth Preusse (GHWK) im Gespräch mit dem Sohn des Regisseurs, dem Filmproduzenten Martin Moszkowicz

Imo Moszkowicz (1925–2011) wurde als Jugendlicher nach Auschwitz-Birkenau verschleppt und musste Zwangsarbeit leisten. Nach Kriegsende kehrte er in seine Heimatstadt Aalen zurück, traf aber keine Verwandten an: Die sechs Geschwister und seine Mutter waren ermordet worden.

Der Zwanzigjährige stürzte sich ins Leben und fand seine Berufung zunächst auf der Bühne, dann in der Regie für Theater, Film und Fernsehen. Er wurde ein Meister der Unterhaltung, inszenierte Heinz Rühmann in »Max, der Taschendieb« und Lukas Ammann sowie Wolfgang Völz in »Graf Yoster gibt sich die Ehre«. Viele Jahre arbeitete er mit Gustaf Gründgens und Fritz Kortner, und nie, so scheint es, störten die höchst unterschiedlichen Erfahrungswelten der Beteiligten während der NS-Zeit ihre professionelle Zusammenarbeit.

1996 schrieb Imo Moszkowicz seine Autobiografie und gab darin seiner Verletztheit und Trauer um die Verlorenen Ausdruck.

Martin Moszkowicz hat als Filmproduzent hunderte deutsche und internationale Filme realisiert und ist seit vielen Jahren Vorstandsvorsitzender der Constantin Film AG.

Kaspar Nürnberg ist Geschäftsführer des Aktiven Museums Faschismus und Widerstand in Berlin e.V. Gelegentlich wirkt er in Dokumentarfilmen oder Lesungen als Sprecher.

Veranstaltungsort: Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz, Am Großen Wannsee 56-58, 14109 Berlin

Eintritt frei - um Anmeldung wird gebeten unter veranstaltungen@ghwk.de


Weitere Veranstaltungen zum Thema Holocaust/Shoah im Raum Berlin und Brandenburg finden Sie auf der Internetseite der Ständigen Konferenz der Leiter der NS-Orte im Berliner Raum.