„An Unrecht erinnern“.
Eine deutsch-russische Online-Ausstellung zu sowjetischen Kriegsgefangenen

Geplant ist eine Online-Ausstellung über sowjetische Kriegsgefangene während und nach des Zweiten Weltkriegs. Die Ausstellung soll ausgehend von Biografien vor allem Jugendliche ansprechen, ihnen eine geografische und zeitliche Orientierung bieten und für Fragen von Erinnerung und Gedenken sensibilisieren.

In der Vorbereitung dieser Ausstellung sollen auf russischer und deutscher Seite bereits Schüler*innen eingebunden werden, die in ihrem geografischen Umfeld nach (Erinnerungs-) Spuren dieser Lebensgeschichten recherchieren. Mindestens 20 Biografien sollen am Ende präsentiert werden. Neben erklärenden Texten werden Audio- und Video-Interviewausschnitte, Fotos, Zeichnungen, (Täter-)Dokumente und Zeitungsartikel zu sehen sein.

In für Jugendliche verständlicher Sprache sollen folgende Fragen beantwortet werden:

  • Wie wurden sowjetische Kriegsgefangene von der Wehrmacht behandelt und wie unterschied sich diese Behandlung von den Bedingungen für Gefangene anderer Nationalitäten? Es sollen auch weibliche Gefangene porträtiert werden – wie waren die Bedingungen für sie?
  • Welche ideologische Grundlage hatte dieses Vorgehen? Wie war die Gesetzeslage und wie wurde von den Tätern argumentiert?
  • Zu welcher Zwangsarbeit wurden Kriegsgefangene eingesetzt? Unter welchen Bedingungen?
  • Wie reagierte die deutsche Bevölkerung auf die Häftlinge, welche Kontakte gab es?
  • Wie erging es den Rückkehrern nach Kriegsende in der Sowjetunion? Wie war ihre rechtliche Situation, wie wurde an das Kriegsgeschehen erinnert?
  • Wie entwickelte sich die Entschädigungsdebatte in Deutschland bis zur symbolischen „Entschädigung“ im Jahr 2016?
  • Wie entwickelte sich die Erinnerungskultur in Deutschland hinsichtlich dieser Opfergruppe? Was ist an „Tatorten“ heute zu sehen? Welche Erinnerungszeichen gibt es?


Das Projekt wird von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ sowie aus Eigenmitteln der Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz finanziert. Daneben ist die Menschenrechtsorganisation „Memorial International“ in Moskau, die Gedenkstätte Bergen-Belsen, die Gedenkstätte Ehrenhain-Zeithain, das Deutsch-russische Museum Karlshorst, der ITS Arolsen, der Verein Kontakte-Kontakty und die Gedenkstätte Sandbostel Kooperationspartner, weitere Einrichtungen sollen gewonnen werden.