Das Reichsjustizministerium und seine Rolle im "Dritten Reich"

Fortbildungsveranstaltung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz

Seit Herbst 2016 führt die Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz mit dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz gemeinsam eine Fortbildungsreihe für Angehörige des Ministeriums zu den Konsequenzen aus der Beteiligung der damaligen Ministerialverwaltung am NS-Unrecht und dessen mangelhafter Aufarbeitung in der jungen Bundesrepublik durch.

Die zweitägige Veranstaltung bietet die Möglichkeit, sich vertieft mit den Erkenntnissen aus dem Rosenburg Projekt auseinander zu setzen und wirft ein Schlaglicht auf das Reichsjustizministerium und dessen Rolle im "Dritten Reich".

Anhand historischer juristischer Dokumente sowie Biographien ausgewählter Juristen können sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit der Beteiligung des Reichsjustizministeriums an den NS-Verbrechen befassen und sich die hieraus ergebenden Folgerungen für die Gegenwart vor Augen führen. In diesem Jahr besteht im Rahmen des nächsten Seminars am 14.-15. Juni 2018 darüber hinaus - erstmals - die Möglichkeit, sich auch mit der Rolle der Rechtswissenschaft bei der Legitimierung des NS-Staates zu beschäftigen (am Beispiel der Biografie von Theodor Maunz).

Am ersten Seminartag ist ein Besuch des Gedenkortes Papestraße (ehemaliges SA-Gefängnis) sowie eine Führung durch das Dokumentationszentrum Topographie des Terrors geplant. In der Papestraße werden der frühe Terror gegen NS-Regimegegner und dessen Institutionalisierung als Mechanismus der Machterlangung und -sicherung behandelt. Die Topographie des Terrors bietet einen Überblick die sog. Gegnerbekämpfung im NS-Staat. Der zweite Seminartag wird wie gewohnt in den Räumlichkeiten der Gedenkstätte "Haus der Wannsee-Konferenz" stattfinden.

Dr. Hans-Christian Jasch
Direktor Haus der Wannsee-Konferenz