„Ein zentraler Ort für Bildungsarbeit gegen Antisemitismus.“

Eröffnung einer neuen Dauerausstellung am 19. Januar 2020 
Pressemitteilung vom  12. November 2019

Vor 81 Jahren berief Hermann Göring infolge des Novemberpogroms eine Konferenz ein, die Vorläuferin der Wannsee-Konferenz war: Am 12. November 1938 berieten über 100 hochrangige Vertreter aus Wirtschaft, Partei, SS und Regierung über eine Radikalisierung antisemitischer Maßnahmen in Deutschland. Reinhard Heydrich, der drei Jahre später zur Besprechung am Wannsee über den Mord an den europäischen Jüdinnen und Juden einlud, tat sich auf der Sitzung hervor.

Der Terror vom Novemberpogrom 1938 setzte sich unmittelbar fort mit der Inhaftierung von 30.000 Juden in Konzentrationslagern – und mit den Erlassen, die diese Konferenz anstieß. Die stenografische Mitschrift dieser Vor-Wannsee-Konferenz vom 12. November 1938 ist durchzogen von antisemitischem Hass. „Tiere, die den Juden verdammt ähnlichsehen“, führt Goebbels an einer Stelle an, Göring nennt Juden „die Schweine“ und äußert angesichts der Sachschäden den menschenverachtenden Satz: „Mir wäre lieber gewesen, ihr hättet 200 Juden erschlagen und hättet nicht solche Werte vernichtet.“

„Um von den historischen Kontinuitäten des Antisemitismus von der christlichen Judenfeindschaft hin zum rassistischen Vernichtungsantisemitismus zu erzählen, ist das Haus der Wannsee-Konferenz ein zentraler Ort. Zudem müssen wir verstärkt die Geschichte nach 1945 in den Blick nehmen und für antisemitische Kontinuitätslinien sensibilisieren“, sagt der Direktor der Gedenk-und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz Dr. Hans-Christian Jasch.

„Dies geschieht in der neuen Dauerausstellung, die am 19. Januar 2020 feierlich im Haus eröffnet: mit Éva Fahidi, Überlebende der Konzentrationslager Auschwitz und Sachsenhausen, und Außenminister Heiko Maas. Ab dem 20. Januar 2020, dem Jahrestag der Wannsee-Konferenz, ist sie für die Öffentlichkeit zugänglich.“

„Bildungsarbeit gegen Antisemitismus ist nicht nur eine Arbeit mit Schülerinnen und Schülern“, so Dr. Elke Gryglewski, stellvertretende Direktorin und Leiterin der Bildungsabteilung: „Wichtig ist die Einsicht, dass auch Erwachsene, in ganz unterschiedlichen Berufsfeldern, nicht frei von antisemitischen Bildern sind. Es sind vielfältige methodische Ansätze notwendig, wenn es um Prävention oder um Intervention geht.“

Die neue ständige Ausstellung im Haus der Wannsee-Konferenz wird umfassend barrierefrei sein und niedrigschwellige Angebote machen, die allen einen Zugang schafft zu den anspruchsvollen inhaltlichen Zusammenhängen, in die die Besprechung vom 20. Januar 1942 eingebettet werden muss.

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Eike Stegen

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit