Eine Ausstellung für Alle!

 Pressemitteilung zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen, 3. Dezember 2019

Am 3. Dezember ist Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung. An diesem Gedenk- und Aktionstag der Vereinten Nationen will die Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz mit dazu beitragen, das Bewusstsein und das Engagement für die Würde, die Rechte und die Teilhabe aller Menschen zu stärken und zu fördern.
Die neue ständige Ausstellung, die am 19. Januar mit der Auschwitz-Überlebenden Éva Fahidi Pusztai und Außenminister Heiko Maas eröffnet wird, ist mit ihrem „Design für Alle“ ein bedeutsamer Teil dieses Engagements.

„Wir wollen mit unserer neuen ständigen Ausstellung ein breites Publikum erreichen und niemanden ausschließen. Wir haben die Schwelle für den Zugang zur Ausstellung so herabgesetzt, dass wir alle miteinbeziehen, die bisher ausgeschlossen wurden, weil ihnen der Zugang erschwert war – ohne traditionelle Lernformen und die Vermittlung anspruchsvoller inhaltlicher Zusammenhänge aufzugeben“, so die Projektleiter der neuen Dauerstellung Direktor Dr. Hans-Christian Jasch und die stellvertretende Direktorin Dr. Elke Gryglewski.
„Im Nationalsozialismus war der Mord an Menschen mit Behinderungen eng verbunden mit dem Mord an Jüdinnen und Juden. Dieser Menschenverachtung stellen wir fundamentale Werte wie Freiheit, Menschenrechte und Demokratie entgegen. Das geht alle an, deshalb darf die Ausstellung niemanden überfordern. Sie kann mit mehreren Ebenen der Darstellung und mit unterschiedlichen Erzählsträngen an alle Lernbedürfnisse anknüpfen. Die Ausstellung spricht mehrere Sinne an und soll den veränderten Lern- und Mediengewohnheiten, Migrationsentwicklungen aber auch demographischen Prozessen Rechnung tragen.“

Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen bislang nicht zu den Besucherinnen und Besuchern der Ausstellungen in der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz gehörten, waren als „Expertinnen und Experten in eigener Sache“ von Beginn Teil des Teams der neuen Dauerausstellung. Entscheidungen zu Ausstellungsbauten, Exponaten und Gestaltung wurden mit ihnen abgestimmt und gemäß ihren Empfehlungen verbessert – für alle, seien es Schülerinnen und Schüler oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ministerien, die regelmäßig zu Fortbildung in unser Haus und in unsere Ausstellung kommen.

Projektleiterin Dr. Elke Gryglewski: „Die Erarbeitung unserer neuen Dauerausstellung wurde von Anfang an ganzheitlich gedacht, damit die Inhalte auf allen Ebenen der Vermittlung umgesetzt werden konnten. Das war eine Pionierarbeit, die wir dokumentiert und evaluiert haben. Die Ergebnisse sind ab dem 19. Januar in unserer Ausstellung sichtbar – den Prozess wollen wir der Öffentlichkeit mit einer Publikation im Laufe des nächsten Jahres detailliert vorstellen, denn wir empfehlen ihn zur Nachahmung.“

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Eike Stegen

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit